Nach einem Jahr Corona -wir wollen einfach mal wieder weg

 

 

Sehr viele Länder in Europa können derzeit nicht bereist werden. Unser eigentlicher Plan nach

Skandinavien zu fahren ist in absehbarer Zeit wohl nicht realisierbar. So fiel unsere Wahl auf

Griechenland. Österreich und Italien kann man im Transit ohne Einschränkungen befahren. Für eine Fährpassage von Venedig nach Igoumenitsa genügt eine Online Registrierung,

die mindestens 24 Stunden vor Ablegen durchgeführt werden muss.

Im Zielhafen finden dann stichprobenartige Tests statt.

Man muss die Adresse eines Campingplatzes nach Wahl angeben, hier ist man dann für

7 Tage in Quarantäne, das ist ja kein Problem.

Nach dieser konkreten Auskunft der Reederei  haben die Fähre gebucht. Los geht es nun am 11.04.2021 um 12:00 Uhr von Venedig. Die Reisezeit ist so bis Mitte/Ende Juli vorgesehen.

 

 

Samstag 11.0.4.2021

 

Endlich mal Tapetenwechsel. Um 7:45 fahren wir von zu Hause weg, wolkenloser Himmel.

Die Einreise nach Österreich (wie das klingt!) über den Steinpass ist problemlos. Der  Grenzer fragt nur wohin und auf unsere Antwort nach Venedig und dann mit der Fähre nach Griechenland wünscht er uns viel Spaß und wir sollen einfach aufpassen-ein netter Mensch.
Am Übergang Plöckenpass nach Italien war niemand, für wen auch-es war überhaupt kein Verkehr.

Schon die sonst viel befahrene Strecke Lofer, Zell am See, Mittersill, kaum Autos.

Nach ausgiebigem Einkauf in Tolemzzo erreichen wir um 14:30 unseren heutigen Übernachtungsplatz in Marano Lagunare nach 330 km.

 

                    am Plöckenpass                                                    in Marano

In dem kleinen netten Fischerort verbringen wir bei Sonnenschein einen wunderschönen Nachmittag. Insgesamt wandern wir 2 Stunden, erst durch den Ort, dann zu einem interessanten Lagunenabschnitt, in dem Holzstege und Vogelbeobachtungsstationen installiert sind.

Sonntag 12.04.

Nachts hat es regnet es dann etwas. Um kurz vor 7:00 fahren wir auf die Autobahn in Richtung Venedig. Es ist absolut kein Verkehr, teilweise wie in Alaska oder Kanada, unglaublich, aber

herrlich entspannend. Die Ausschilderung des Fährhafens in Fusina ist nach wie vor unter aller

S.. .Nach 125 km sind wir dann da zum Einchecken. Mit uns weitere 15 Campingfahrzeuge und eine

Unmenge LKW. Die Verladung verläuft absolut chaotisch und statt um 12:00 legen wir erst um 14:15 ab. Die Fähre ist probevoll, wo sonst PKW und Campingbusse stehen, waren LKW bis 

zum Oberdeck. Wir werden gerade noch so reingebatzt und stehen vorwärts, das bedeutet in Igoumenitsa rückwärts die steile Rampe runter, aber o.k. wird schon hinhauen. Es regnet nach wie vor. Wir halten uns nur im Hobel auf, wir haben ja Camping an Bord. Man dürfte sich zwar im ganzen Schiff mit Maske frei bewegen, aber das reizt uns gar nicht.

 

Montag 12.04.

Relativ ruhig Überfahrt, jedenfalls haben wir gut geschlafen. Beim Aufstehen um kurz nach 8:00 sind wir schon nahe der albanischen Küste. Na, das ist doch mal eine andere Landschaft wie ewig nur den Högl ( obwohl der natürlich auch schön ist).

Wider Erwarten holt unser Schiff nicht nur die Verspätung auf, sondern ist sogar noch 20 Minuten vor der planmäßigen Ankunft in Igoumenitsa. Mit uns verlassen 3 weitere Campingfahrzeuge und einige PKW das Schiff. Rückwärts runter braucht es nicht öfter, aber wir schaffen auch das.

Am Hafenausgang ist dann für alle Covid 19 Test. Ganz problemlos, nach 30 Minuten sind wir durch. Weiter 15 Minuten Fahrzeit sind es durch ein menschenleeres Igoumenitsa auf den

Campingplatz Drepano. Wir suchen uns im hinteren Platzteil eine Bleibe, zwar schlechtes Internet, aber wir stehen allein. Vorne ziemlich viele Dauercamper, die Leute sind nicht da, aber die

Wohnwägen stehen halt rum. Es hat 21°C, ist sonnig und wir genießen es einfach..

Morgen soll es regnen, das hat bei uns Wetter Online ganz was anderes vorhergesagt. Wir werden sehen.

Dienstag 13.04.

Morgens bewölkt, von 1/2 9 bis 10.00 Regen, aber bei 17°C nicht schlimm. Um 8:00 Uhr hat Uschi das Testergebnis auf das Handy bekommen. Wie erwartet negativ. Dennoch bleiben wir hier die

7 Tage in Quarantäne, wir wollen nichts riskieren. Wahrscheinlich wird es keiner kontrollieren, aber was soll es, wir haben genügend Zeit und es ist durchaus hier zum Aushalten. Jetzt ist es 11:45 und die Sonne scheint schon wieder.
Mittags gibt es bei uns Spargel,  Prociutto, Kartoffel--sehr lecker-.

Das Campingplatzrestaurant hat mangels Gästen geschlossen.

Um 13:00 wandern wir durch das hinter dem Platz liegende Vogelschutzgebiet. Es handelt sich hier um das Schwemmland vor dem Meer, ein Paradies hauptsächlich für Zugvögel. Die Bäume blühen, kleine Blümchen und wir sind ganz alleine unterwegs.

Weil es so herrlich ist  gehen wir insgesamt knappe 2 Stunden und kamen bis zur historischen Stätte Ragio schade, dass sie geschlossen war. 

Wir kehrten dann um und zurück ging es mit einer kleinen Trinkpause unter einigen Palmen.

Nach 4 Stunden waren wir wieder am Hobel. Ein erneut gelungener Tag, wir sind so was von 

froh, dass wir uns entschlossen haben die Reise anzupacken.

                                                          Hier lässt es sich aushalten

Abends sind wir bei herrlichstem Sonnenschein bis 20:00 draußen gesessen und haben den ein und ausfahrenden Fähren und Fischerbooten zu gesehen. Hinter unserem Platz ist es nicht weit zum Leuchtturm. der die Hafeneinfahrt von Igoumentisa anzeigt.

Mittwoch 14.04.

Der Spruch ist furchtbar abgedroschen aber er trifft halt zu.

 

                        Kaum zu glauben aber wahr, Uschi wird heut' 70 Jahr'

 

Es ist weiterhin sonnig, allerdings ziemlich windig. An windstillen Ecken 23°C.

Heute bis auf einen kleinen Spaziergang von 1Stunde ziemlich gefaulenzt.

Wenn man viel Zeit hat, achtet man viel mehr auf Details.

Abends werden wir ein Gläschen auf den Geburtstag trinken. Ab und zu nehmen wir uns den 

Reiseführer vor, um ein wenig zu schauen, was wir nach der Quarantäne anschauen wollen und 

welche Route sich je nach Wetterlage anbietet.

Abends spielen die Wolken bei ziemlich Wind und die Stimmung wechselt ständig.

dazu gibt es ein Glas Prosecco zum Geburtstag.

 

 

       Blick auf Igoumenitsa                   kleine Blümchen am Strand          schöner Platz zum Trocknen

Von unserem Stellplatz sehen wir genau auf die Insel Korfu. Wunderbar nur so da zu sitzen und die Seele baumeln zu lassen. 

Donnerstag 15.04.

Heute Nacht war es wesentlich kälter wie die Tage zuvor. 9,5°C. Dafür ein wolkenloser Himmel und spiegelglattes Meer. Das wird wiederum ein schöner Tag werden. 

Ja und es wurde ein schöner Tag.

 

 

                         der morgendliche Blick auf Korfu                                               wie vor 30 Jahren


Da sich unsere Vorräte schon erheblich dezimiert haben, sind wir nach dem Mittagessen nach Igoumenitsa in einen Supermarkt gewandert. Ein nagelneuer Fuß-und

Radweg führt vom Campingplatz immer am Meer entlang in die Stadt. Es sind einfach etwas mehr als 5km.

Auch hier gibt es ähnlich wie in Italien eine Riesenauswahl in der Käse und Wursttheke.

Wir haben noch keinen Bedarf, aber auch ein breites Sortiment an Fleisch zum Grillen wird angeboten.  Auf dem Rückweg legten wir wegen der etwas schweren Rucksäcke ein paar 

Verschnaufpausen ein..

Also bis jetzt ist nur ein kleiner Mangel, der aber bis spätestens 15.Mai behoben sein soll.

Die Tavernen und Cafes sind noch geschlossen. Und das gehört ja auch zu einer Reise, aber momentan kann man halt nicht alles haben, wir sind froh wie es derzeit für uns ist. 

Freitag 16.04.

Heute ist es relativ kühl und bedeckt, aber das kann sich schnell ändern und wenn nicht ist es 

auch nicht so schlimm. Wir haben ja auch in Griechenland erst Mitte April.

Nach dem Mittagessen sind wir wieder in das Vogelschutzgebiet gewandert, allerdings auf die

von Igoumenitsa aus gesehen linke Seite. 

Uns wurde gesagt, sie seien schon weg, die Flamingos. Umso mehr freuten wir uns, insgesamt 

6 dieser eleganten Vögel zu sehen. Nicht so schön rosa wie in Bolivien, aber nicht weniger beeindruckend anzusehen.

Hier ist wirklich ein Eldorado für Wanderer und Radfahrer (aber keine Rennradl bitte). Man könnte noch viel weiter gehen, immer wieder schöne Ausblicke. Nicht fehlen darf der Reiher des Tages,

wenn es schon kein Condor ist wie in Patagonien.

Beim Rückweg sahen wir dann von der Anhöhe ein Plätzchen, das für einen Stellplatz wie geschaffen scheint. Ja, das ist kein schlechter Platz, aber ob das Schild Camping verboten hier noch gilt wissen wir nicht. Eventuell etwas für die Rückfahrt im Juli von Igoumenitsa, je nachdem wann die Fähre geht.

Nach knappen 3 Stunden sind wir wieder am Hobel und sitzen nun beim Nachmittagskaffee.

Es ist fast windstill, ab und zu scheint die Sonne bei 18°C, durchaus akzeptabel.

Heute haben wir übrigens Nachbarn aus Heilbronn bekommen. Abstand ungefähr 50 m

zu uns. Also zwei Fahrzeuge, wo Platz für 30 Camper ist. Damit kann man leben. 

Samstag 17.04.

Beim Aufstehen ist der Himmel bedeckt, es hat 13,5°C und es ist beinahe windstill.

Ein Fischer ist vor unserem Platz schon aktiv und holt gerade seine Netze ein.

Was er fängt ist wohl für den Eigenbedarf, denn Fischlokale als Abnehmer fallen derzeit leider aus.

Eine Ziegenherde zieht vor uns den Strand entlang-sehr malerisch.

 

Die Sonne zeigt sich heute gar nicht, Nachmittags unternehmen wir wieder die obligatorische

 

Wanderung ins das Vogelschutzgebiet. Da gibt es immer was zu sehen. 

Heute ist irgendwie der Tag der kleineren Vögel, wohl auch deshalb weil wir uns mal für eine 1/2 Stunde nur hinsetzen und intensiv beobachten. Es ist wunderbar entspannend und erholsam.

Übrigens sind wir wie die Tage zuvor hier ganz alleine unterwegs-herrlich!

Morgen ist unser letzter Tag hier. Nun wird es auch Zeit, denn jetzt wollen wir uns dann die

Stellplätze selbst aussuchen

Sonntag 18.04.

In der Nacht hat zeitweise heftig geregnet. Morgens hat es 15,5°C und es ist sonnig.

Es soll heute zwischen 19 und 23°C bekommen, das langt überall hin.

Mittags gab es knusprige Lammkoteletts, Kartoffelsalat und Tzaziki.

Heute wird nicht mehr viel passieren, wir werden am Platz die Sonne genießen.

Morgen geht es dann ganz langsam die Küste entlang. Wir lassen uns treiben und wollen einige

kleinere Ausgrabungen und eventuell Parga besichtigen. Wann wir wieder Internet haben um den

Blog zu pflegen können wir derzeit nicht absehen. 

Zunächst steht  morgen Vormittag  erst mal Vorräte auffüllen auf dem Programm.

Ab morgen soll ja für Touristen, die nach Griechenland reisen die Quarantänepflicht entfallen.

Da werden dann sicherlich auch bald die Tavernen un Cafenions öffnen.