Die 2025 durchgeführte Reise in die USA und durch Kanada hat unseren Hobel ganz schön mitgenommen.
Es waren ja doch 34 000 km und der Hobel selbst ist inzwischen 15 Jahre alt und hat knappe
200 000 km absolviert. Die Folge war ein fast 5 wöchiger Aufenthalt in Werkstätten.
Neue Reifen und Felgen, neuer Turbolader, Dieselpartikelfilter Reinigung, neue Kupplung und
Sanierung des Getriebes um nur die großen Dinge zu nennen. Das Ganze hat unsere Reisekasse
ganz schön geplündert. Zudem müssen wir dieses Jahr Einiges am Haus richten und den Garten
wieder auf Vordermann bringen. Also 2026 keine größere Reise, sondern je nach Wetterlage und Stimmung relativ kurze Ausfahrten.
Um zu testen, ob wieder alles funktioniert wollen wir am 20.04.2026 für 2-3 Wochen nach Norditalien, genauer gesagt nach Triest und dann immer an der Küste entlang nach Chioggia.
Mal sehen was es da so zu sehen gibt und kleinere Wanderungen sind auch vorgesehen.
Natürlich werden Autobahnen gemieden und kleiner Landstraßen bevorzugt.
Montag 20.04.2026
Es ist ziemlich bewölkt, wir starten um 08:30 und tanken für 2,17€
halbvoll, denn in Slowenien soll es den gleichen Saft für 1,70€ geben.
Da der Plöckenpass leider noch immer unpassierbar ist, geht unsere Fahrt
zwar über den Felbertauern, aber dann über Innichen, Sappada nach Tolmezzo. Im dortigen Supermarkt kaufen wir dann italienische Lebensmittel ein.
14 km danach steuern wir um 17:00 den ausgewählten Stellplatz bei der Kirche von Cesclans an. Sie liegt wunderschön auf einem Hügel oberhalb des kleinen Städtchens.
Der Tag ist wettermäßig sehr gemischt. Mal stark bewölkt, oben am Felbertauern überwiegend sonnig. Am Kreuzbergsattel in den Sextner
Dolomiten wieder mehr Wolken und in Tolmezzo tröpfelt es ab und zu.
Das Ganze bei 16-18° C.
obere Reihe Felbertauern untere Reihe Sextner Dolomiten
obere Reihe: Pause in Sappada unteren Reihen: unser heutiger Stellplatz bei Cesclans
Dienstag 21.04.2026
Wir verbringen hier oben eine sehr ruhige Nacht. Auf dem Stellplatz ist noch ein Pickup Camper
aus Freising. Morgens hat es 9°C und es ist nur leicht bewölkt. Die Sonne bescheint schon die
Berge und wir haben einen schönen Blick auf den unten neben der Autobahn liegenden Cavazzo.
Kurz nach 8 Uhr geht es dann auf der Landstraße bei meist ganz wenig Verkehr über Gemona,
Tarcento an Udine vorbei nach Muzzana. Von hier nur noch ein paar Kilometer bei gutem Wetter
zu unserem Ziel, dem immer noch sehr ruhigen, vom Tourismus nicht so tangierten Fischerstädtchen Marano Lagunare. Nach 96 km stellen wir den Hobel kurz nach 10 Uhr an einem
herrlichen Platz direkt an der Mole zur Lagune ab.
Wir schlendern dann ganz gemütlich an der Hafenzufahrt entlang bis zum Ende der Straße und genießen den Blick auf die Lagune in Richtung Lignano. Kaum Touris. und wenn dann einige Österreicher, meist mit Camper und Radl. Es gibt ein sehr gutes Mittagessen im El Mole , bevor wir den Nachmittag am Hobel in der Sonne bei 23°C verbringen,
Gegen 16:30 Uhr zieht es etwas zu und es weht ein kräftiger Wind.
Mittwoch 22.04.2026
Außer ein paar unbedeutenden Wölkchen haben wir ein Kaiserwetter, allerdings immer wieder
auffrischenden böigen Wind. Der Blick aus dem Hobel beim Frühstück ist grandios.
Wir machen uns kurz vor 9 Uhr auf den Weg durch das noch menschenleere Städtchen zuma
Riserva Naturale Regionale, einem kleinen Naturpark in der Lagune.
Immer wieder schön die Wege durch den Teil der begehbaren Lagune, zumal jedes Mal
verschiedene Wasservögel zu beobachten sind. Hier ein Eindruck unseres
vormittäglichen ausgiebigen Aufenthalt in dem zugänglichen Teil der Lagune.
Am Nachmittag faulenzen wir in der Sonne, gehen dann später nochmals bis zum Ende der Lagune mit dem Blick auf Livigno. Wir haben recht nette Nachbarn aus Graz.
Donnerstag 23.04.2026
In der Früh mit 8°C recht kühl, dafür wieder Sonne pur, aber immer wieder zieht ein
recht frischer Wind durch. Wir gehen vormittags und nachmittags jeweils eine Runde spazieren.
Zum Mittag essen gehen wir heute in das Restaurant der örtlichen Marina. Ein Tipp unserer Grazer Nachbarn und der ist richtig gut. Als Vorspeise Muscheln in einer schmackhaften Weißweinsoße,
danach gegrillte Kalamari und Gambas mit Gemüse für Uschi. Wolfgang hat nur Kalamari mit Gemüse, beide Hauptgerichte sehr sehr lecker und vom Preis fast unglaublich. Mit einem
1/2 l offenem Hauswein, MIneralwasser und zwei Espressi bezahlen wir 52,50 €,
Insgesamt lassen wir es uns weiterhin gut gehen und genießen einfach das schöne Wetter und die
himmlische Ruhe hier. Spaziergang durch das ruhige malerische Marano Lagunare.
Freitag 24.04.2026
Kurz vor 9 Uhr verlassen wir Marano Lagunare und steuern zunächst Aquileia an.
Es sind schon einige Schulklassen unterwegs, um ebenfalls das Unesco Weltkulturerbe (sei 1998)
zu besichtigen. Genauer gesagt, den Dom der Patriarchen von Aquileia, der seit über 1700 Jahren
ein lebendiger Ort der Kultur und des Glaubens ist. Sehr eindrucksvoll dieses Bauwerk aus dem
frühen 4. Jahrhundert. Bedeutende Teile der Freskenausstattung der frühen Romantik in Europa
werden hier bewahrt. Bilder wegen schwachem Internet werden nachgeholt.
Im Domus des Tito Macro sind ebenfalls herrliche Mosaikböden zu sehen. Es handelt sich um ein
insgesamt 1500 qm umfassendes Haus, mit 4 Läden. Titus Macro war ein reicher Kaufmann.
Beim Rückweg zum Parkplatz werfen wir noch einen Blick in den Garten des Museums.
Weiter geht es dann über Grado immer auf der Landstraße nach Triest und dann nach Muggia.
Der vorgesehene Stellplatz am Meer ist derzeit nicht zu benutzen und so fahren wir steil den Berg hinauf zur Kirche in Alt Muggia. Hier stehen wir nun nach 135 km gut und haben von einem Aussichtspunkt einen schönen Blick auf den Golf von Triest. Bei Dunkelheit sieht Triest richtig
malerisch aus. Übrigens kommen gegen 18 Uhr die Carabineri und kontrollieren jedes vor der Kirche stehende Fahrzeug, auch Motorroller. Fahrzeug und Führerschein, Ausweis und Augenschein des Fahrzeugs. Bei uns ist alles in Ordnung und wir bekommen die offizielle Erlaubnis hier zu übernachten.
Samstag 25.04.2026
Uschi hat es gestern fürchterlich mit der Pestizidallergie erwischt, wahrscheinlich bei der Fahrt von
Grado bis Triest, da ging es ja überwiegend an Kanälen und Lagunen vorbei. Wir beschließen deshalb spontan, nicht weiter nach Bale zu fahren, sondern erstmal zurück Richtung Triest und
eventuell in die Dolomiten. Auf alle Fälle nichts Chioggia und so. Zuerst hinab nach Muggia.
In diesem immer wieder netten kleinen Ort gibt es nach dem Stadt Bummel einen leckeren Cappuccino und für jeden ein Brioche.
Weiter wollen wir ohne Autobahn wieder durch Triest. Aber zahlreiche Baustellen und entsprechende Umleitungen, die auch unser Navi überfordern fahren wir bis Sistiana doch auf der Autobahn. Der sehr spontane Entschluss den Rilkeweg von Sistiana nach Duino zu gehen, erweist sich als goldrichtig, zumal wir noch einen Parkplatz am Eingang des herrlichen Wanderweges ergattern. Wir lassen uns viel Zeit und nutzen jeden Blick auf die überwiegend herrliche Steilküste.
Bald sehen wir dann unser Ziel, das Castelli di Dunino, das derzeit der Fürstenfamilie von
Thurn und Taxis gehört. Gebaut um 1300 auf einer römischen Festung überragt das Schloss den
Golf von Triest. Herrliche Blumen sind immer wieder zu entdecken.
Vom Schloss sind es noch 10 Minuten bis zum Castel Veccio. Die Ruinen der Burg gehen auf das
11. Jahrhundert zurück- Ein steil ins Meer abfallender Felsen wird die "weiße Dame" genannt.
Jedenfalls ist das richtig schön anzusehen. Anschließend geht es auf dem selben Weg zurück..
Auf der Landstraße fahren wir dann nicht wie zunächst vorgesehen nach Belluno, sondern erst mal bis Marano Lagunare. Bis vor 2 Jahren waren wir hier meist alleine oder sind höchstens zu zweit gestanden. Heute sind es 25!! Wohnmobile/Camper. Die meisten Italiener, aber auch einige
Slowenen. Außer uns kein deutsches Fahrzeug. Mal sehen wie lange das so noch geduldet wird.
Eins ist klar, es sind eigentlich die Parkplätze für die Bootsbesitzer, die hier zu ihren Booten
kommen. Vor zwei Tagen unter der Woche waren wir auch schon mal 9 Camper.
Sonntag 26/Montag 27.04.2026
Wetter ist weiterhin traumhaft bei 24-26!C. Am Sonntag sind alle Italiener unterwegs, in Marano
ist gewaltig was los, aber erstaunlicherweise kaum deutsche Touris, nur wenige Slowenen und
Österreicher, sonst alles Einheimische. Wir gehen zweimal unsere Runde durch den Ort und zur Lagune und gönnen uns zwischendurch ein leckeres Eis.
Dasselbe am Montag, allerdings ist das Städtchen wie ausgestorben. Einheimische Fischer fahren
zur Lagune und ganz wenige Spaziergänger, darunter wir. So gesehen ist es hier noch sehr sehr angenehm und der internationale Tourismus ist noch weit weg- Gott sei Dank!
Dienstag 25.04.2026
Für unser eigentliches Ziel von heute, das Städtchen Bassano del Grappa ist Regen angesagt und bei uns ist es weiterhin schön. Das ist der Grund warum wir einen weiteren Tag hier verbringen, auch wenn es nichts Neues zu sehen gibt. Aber wir sind im ganzen Ort nur 4 Reisemobile, es ist auch sonst so gut wie nichts los, nur die heimischen Fischer fahren die Lagune rein und raus und geben ihre Ware bei der kleinen Fischfabrik Friaul Pesce ab. Zudem ist das Essen im Marina
Restaurant hervorragend. Da über Mittag der Strom ausfällt, gibt es leider keinen gegrillten
Calamari oder gegrillte Fischplatte, sondern Linguine mit Meeresfrüchten, die aber ebenfalls sehr
sehr gut sind.
Mittwoch 29.04.2026
Morgens ist es ziemlich bedeckt, hat aber um 7:00Uhr schon 17°C. Viel wärmer wird es aber den ganzen Tag nicht, bei 19°C ist Schluss und immer wieder ziehen dunkle Wolken durch, manchmal tröpfelt es ein wenig. Heute gehen wir zum Abschluss noch mal ins Ristorante Marina, Strom gibt es auch wieder. Wir lassen es uns richtig gut gehen, bei einem 1/2 l Hauswein, gegrillter
Fischplatte. Ansonsten gehen wir vormittags und nachmittags unsere Runde.
Morgen fahren wir dann weiter nach Bassano del Grappa.
Die leckere Fisch/Meeresfrüchte Platte
Donnerstag 30.04.2026
Nix Bassano. Uns ist jetzt erst bewusst geworden, dass morgen ja 1.Mai ist und damit auch in Italien ein verlängertes Wochenende bei herrlichstem Wetter bevorsteht. Unsere Entscheidung erweist sich schon bald als goldrichtig. Wir fahren von Marano über Latisana zunächste nach
Pordenone. Schon hier ziemlich Verkehr, alle Italiener scheinen unterwegs zu sein. Weiter geht es dann über Vittorio Veneto, Belluno bis nach Cortina d' Ampezzo. In dieser einst so schönen
typischen Dolomitenstadt hat Olympia voll zu geschlagen. Riesige Neubauten, kilometerlange Baustellen von noch nicht fertigen Tunnels durch das gesamte Tal von Pieve de Cadore.
Einfach nur entsetzlich, teilweise sieht man die schönen Dolomitenberge gar nicht mehr.
Hinter Schluderbach legen wir bei der Sicht auf Monte Cristallo und die Zinnen jeweils eine kurze Pause ein.
Von Toblach rollt der Hobel über Bruneck ins Ahrntal bis Kasern.
kleiner Bummel in Sand in Taufers, hier gibt es gutes Eis. Die Burg von Sand und der Talschluss
in Kasern.
Leider treffen wir die
Freunde in Prettau nicht an. So entschließen wir uns wieder zurück zu fahren und sind um 19:15
am Matreier Tauernhaus. Hier auf dem Parkplatz übernachten wir.
Freitag 01.05.2026
Vom Felbertauern geht es dann zügig nach Anger, um 10:30 sind wir nach genau 1200km
wieder zu Hause. Richtung Süden ist von Bad Reichenhall bis zum Felbertauern immer wieder Kolonnenverkehr. Der Zweck der Reise, den Hobel zu überprüfen ist erfüllt.