Jordanien 24.02.-05.03.2023

Jordanien, ein arabisches Land am östlichen Ufer des Jordan, zeichnet sich durch antike Monumente, Naturschutzgebiete und bekannte Badeorte aus. Hier befinden sich die berühmten archäologischen Ausgrabungen von Petra. Um 300 v.Chr. war Petra die Hauptstadt der Nabatäer. In einem schmale Tal wurden Gräber, Tempel und andere Bauwerke in den roten Sandstein getrieben.

Bevor wir Ende März/Anfang April zu unserer Skandinavien Reise mit dem Hobel starten, wollen wir vorher noch eine relativ kurze Reise ohne Camper ins Warme unternehmen, Wir haben vom 24.02.-05.03. eine Kleingruppenreise nach Jordanien gebucht. Sie wird uns zu den schönsten Plätzen dieses interessanten Landes bringen.

 

 

Das ist der geplante Verlauf. Die Kombination zwischen Besichtigungen und Wandern 

erschien uns sehr interessant. Mit dem Wadi

Rum kann auch unsere Sehnsucht nach etwas

Wüste etwas abgemildert werden.

Freitag 24.02.2023                                                                            Es geht endlich los

Um 04:15 aufstehen, pünktlich um 05:00 holt uns das bestellte Taxi ab und bringt uns zum  

HBF Salzburg. Genau um 06:00 fährt der Railjet in 3 Stunden zum Bahnhof Wien Flughafen.

Da wir schon am Vorabend eingecheckt haben müssen wir nur noch unser Gepäckstück am

Austrian Airlines Schalter abgeben. Für die 10 Tage haben wir nur eine große Reisetasche und

jeder seinen Tagesrucksack für die Wanderungen.

 

Nach einer 3/4 Stunde ist alles erledigt, wir sind auch schon durch die Sicherheitskontrolle, nun genehmigen wir uns ein 0,33 l Bier für schlappe 4,90 €.

Es läuft wirklich alles nach Plan, der Airbus 320 rollt genau um 11:00 Richtung Startbahn, der Pilot wünscht uns einen guten Flug und dann beginnt das Dilemma. Die Maschine bleibt nach einigen Metern stehen und es passiert zunächst gar nichts. Nach 15 Minuten meldet unser Pilot ein Problem mit dem Computer, der soll von den Technikern ausgetauscht werden Nach weiteren  30 Minuten dann die Botschaft, dass auch der Austausch des Computers nichts nützt, wir bekommen

eine Ersatzmaschine in etwa 2 Stunden. Also zurück ins Flughafengebäude. Bis die neue Crew aus der Bereitschaft da ist und das Gepäck umgeladen ist vergehen bis zum endgültigen Start aber 

3 Stunden, so dass wir statt um 16:35 erst um 20:15 in Amman landen.

 Dann noch Gepäck holen und Transfer zum Hotel in Madaba, Abendessen um

21:45. Puh, das war ein langer Tag, aber Hauptsache wir sind gut angekommen ( die  Zeitverschiebung in Jordanien beträgt 2 Stunden, also bei uns ist es 19:45).

Das Essen, die Zimmer-alles in Ordnung und wir fallen ziemlich geschafft ins Bett.

 

Samstag 25.02.2023

Nach dem Frühstück geht es zunächst in Madaba zur griechisch-orthodoxen St.Georgs-Kirche.

Hier bestaunen wir das berühmte Bodenmosaik aus dem 6.Jahrhundert, das die Landkarte des

Gelobten Landes darstellt. Es bestand ursprünglich aus zwei Millionen Mosaiksteinchen und hatte eine Größe von 25x5m. Heute noch sind Hügel, Täler, Dörfer und Städte bis hin zum Nildelta erkennbar. Im Museum daneben ist das komplette Mosaik als Foto ausgestellt.

Es sind ungefähr 160 km bis zu einer der besterhaltenen Ruinenstädte, die bei den Römern

Gerasa hieß und Mitglied in der Dekapolis war, einem Wirtschaftsverbund von zehn griechisch-römischen Städten.

Gleich am Anfang steht der imposante Hadriansbogen, der 129/130 n.Chr zu Ehren des Besuches vom römischen Kaiser Hadrian erbaut wurde. Mit den Ausmaßen Breite 37m, Höhe 21m und 9m Tiefe gehört er zu den größten dieser Art im Römischen Reich. Das korinthische Kapitell ist mittig in der unteren Bildreihe, daneben ein Lorbeerkranz mit Rosette als Verzierung

Gleich nach dem Hadriansbogen folgt das Hippodrom, danach führt der Weg am Südtor vorbei zum Zeusheiligtum zunächst mal bis zum Ovalen Platz. 

 

Auf dem Weg zum Südtheater kommt man an einigen Stellen mit gut erhaltenen Mosaiken vorbei.

Das Südtheater bot Platz für 4700 Menschen, es hat eine Breite von 76m und vom Orchestra bis zu obersten Sitzreihe sind es 16m.

Vom Theater geht es nun eine kleine Anhöhe hinauf zum eindrucksvollen Zeustempel.

Vorbei am Nordtor gehen wir zunächst zum Nordtheater und dann weiter zum Odeon.

Auf einer 800 m langen Säulenstraße marschieren wir langsam wieder in Richtung des südlichen 

Eingangs. Immer wieder ergeben sich schöne Motive dieser antiken Anlage. 

Nach der ausgiebigen Besichtigung und einem hervorragenden Mittagessen fahren wir nach 

Amman. Zunächst bestaunen wir die hoch über der Stadt liegende Zitadelle, einer archäologischen Stätte im Zentrum der Innenstadt von Amman. Der L-förmige Hügel ist einer der sieben Hügel

aus denen Amman ursprünglich bestand.

Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf das neue Amman und das Römische Theater.

Bevor wir nachher dem Souk ( Markt) in Amman einen Besuch abstatten, schauen wir uns auf dem

Hügel der Zitadelle um. Sehr dominierend ist der Herkulestempel und beeindruckend sind die Faust und die Oberarme des gleichnamigen Gottes. 

Wir sind nun im neuen Amman um den malerischen Markt entlang zu gehen. Die kunstvolle Hausfassade , der türkische Eisverkäufer und ein Wasserverkäufer sind die ersten Motive.

Und dann begeben wir uns in die enge Gasse, wo alles was das Herz begeht in Hülle und Fülle teils sehr lautstark und fantasievoll angeboten wird.

Außerhalb der eigentlichen Marktgasse befinden sich noch Angebote für Haustiere, Musikinstrumente und Haushaltsgegenstände.

Gegen 17:00 holt uns der Bus ab und bringt uns zurück ins Hotel. Wir müssen packen, denn

morgen früh geht es weiter ins Wadi Dana Eco Camp. Das war schon mal ein gelungener Auftakt,

die kleine Reisegruppe ist in Ordnung, das Essen vorzüglich und die Jordanier sind sehr gastfreundlich. 

Sonntag 26.02.2023

Der heutige Tag beginnt mit der Fahrt zum Berg Nebo. Er liegt auf 800 m Höhe bei Madaba, bildet den Ausläufer des Plateaus das zum Toten Meer abfällt und bietet einen Blick auf das Jordantal, das Tote Meer, Palästina und Israel. Allerdings ist es meist dunstig und das Genannte ist nur bei 

klarer Sicht zu sehen.

Die Tatsache, dass der Berg Nebo im Alten Testament-genauer gesagt im Deuteronomium, dem

5. Buch Mose, eine bedeutende Rolle spielt, macht die Erhebung zu etwas ganz Besonderem.

 

Gleich nach dem Eingang passieren wir die Stele, die anlässlich des Besuchs von Papst Johannes

Paul II. errichtet wurde, danach folgt das Moses Denkmal. Am Rollstein vorbei geht es dann zur

Moses Basilika und dem Schlangenkreuz. Von hier haben wir die Sicht auf das Jordantal. Genau gegenüber liegt Jericho.

In der Basilika befinden sich einige sehenswerte Mosaiken.

Bei der Weiterfahrt ins Wadi Bin Hammad legen wir einen Stopp bei einer Manufaktur ein und können die Herstellung von Mosaiken sehen. Diese Handwerkskunst erfordert Fingerfertigkeit und ein gehöriges Maß an Geduld. Im Ausstellungsraum werden Möbel und andere Dinge angeboten, die für uns nicht in Frage kommen, aber von Touristen aus VAE , Saudi Arabien und anderen

arabischen Ländern bestimmt gekauft werden.

Nun müssen wir wieder einige Zeit mit dem Bus fahren, um in das Wadi Bin Hammad zu gelangen.

Die Anfahrt ist recht steil, enge Kurven und ist nur die ersten Meter asphaltiert, so dass unser

Busfahrer, der diese Strecke zum ersten Mal fährt, richtig ins Schwitzen kommt.

 

 

Wir wandern durch lauwarmes Wasser und waten zwischen steilen Schluchten und üppiger Vegetation. Das mineralienreiche Wasser hat an den Felsen bunte Spuren hinterlassen.

Hin und zurück sind es gute 2 1/2 Stunden. Die Stöcke sind von Vorteil, da die Wassertiefe aufgrund der unterschiedlich starken Strömung nicht immer zu erkennen ist.

Zudem sind manche Steine etwas glitschig.  

Mit vielen neuen Eindrücken steigen wir in unseren Bus, der sich nun die Serpentinen hochquält.

Der Fahrer wünscht sich an manchen Stellen sicherlich ein 4x4 Fahrzeug. Wohlbehalten und rechtschaffen müde erreichen wir gegen Abend nach längerer Fahrt das Dana Eco Camp.

Hier werden wir morgen zu einer 15 km Wanderung durch das Wadi Dana zur Eco Lodge in Feynan starten.

Montag 27.02.2023

Am Morgen ist es noch ziemlich frisch, denn wir sind hier auf beinahe 1300 m. Aber beim steilen Abstieg und dem 15 km langen Marsch nach Feynan , das auf 338 m liegt, wird uns bestimmt warm.

Von der Lodge gehen wir zunächst durch das kleine Dorf Dana. Die Schafe und ein Hirte auf seinem Esel sind ebenfalls im Aufbruch. Malerisch liegt der Ort am oberen Rand des Wadi.

Das erste Wegstück ist ziemlich steil und auf den Steinen ist oft etwas Sand oder feiner Schotter, daher ist große Vorsicht geboten, um nicht gleich zu Beginn einen Sturz hinzulegen.

Die Landschaft ist dabei absolut spektakulär. Die Felswände bilden bizzare Formationen und auch die Farbe des Gesteins wechselt immer wieder. 

 

Nach dem steilen Abstieg geht es abwechselnd bergauf und bergab, ein paar Mal durchqueren wir den kleinen Fluss. Auch kleinere Pausen legen wir ein, denn inzwischen ist es sehr warm geworden und Schattenplätze sind rar. Zum Trinken haben wir genug dabei, denn wir kommen ordentlich ins Schwitzen. Außer Esel und Ziegen treffen wir niemanden.

Immer wieder sind direkt lustige Steinformationen zu sehen und ein Grund für kurze Pausen.

Interessante Pflanzen und Bäume säumen teilweise den Weg.

Gegen Ende der fast 7 stündigen Wanderung kommen wir noch bei einigen Beduinenzelten vorbei und erreichen dann das heutige Ziel, die Feynan Eco Lodge.

Dienstag 28.02.2023

In der gesamten  Feynan Eco Lodge werden Kerzen zur Beleuchtung benutzt. Im Zimmer sind in der Wand vier Ecken, in denen jeweils in einem Glas sehr lang brennende kleine Kerzen angezündet sind. In den allgemeinen Räumen stehen gusseiserne Kerzenhalter-irgendwie stimmungsvoll. Es ist gerade mal so etwas hell geworden, da geht es um 6:30 zum Frühstück und und um 07.:15 bringen uns "Geländewagen" 8 km in den nächsten Ort zu unserem Bus.

Es sind zwar Geländewagen, aber so einen traurigen Zustand haben wir noch nie gesehen, aber sie sind gefahren. Es ist so ziemlich alles kaputt, selbst die Frontscheibe, von Sitzen, Armaturen und 

Türen ganz zu schweigen.

 

Die Landschaft ist abwechslungreich , ein Hirte ist auch schon mit seinen Schafen unterwegs.

Wir wechseln vom Geländewagen auf unseren kleinen Bus, schon bald kommen wir aus der Ebene in die Berge und es geht einen steilen, kurvenreichen Pass, der ganz neu asphaltiert wurde bis auf 

1400 m hinauf. Hier dürfen keine großen Reisebusse fahren-hervorragend! Eine kleine Pause am

Rastplatz mit gigantischer Aussicht auf das Valley Araba. Liebevoll hergerichtet und unser Guide

Fuad ist auch immer zu einem Späßchen bereit.

Noch einige Kehren im Bus, dann steigen wir aus. Bei einer Beduinenansiedlung verlassen wir die Passstraße  und eine ziemlich anstrengende, aber landschaftlich wunderschöne Wanderung über 12,5 km nach Klein Petra ( Siq el Bared) im Wadi Musa (Moses-Tal)  beginnt.

 Zunächst führt uns der Guide an der Beduinenbehausung vorbei, wo wir

neugierig beäugt werden.

Sofort geht es danach steil hinauf in eine  herrliche gebirgige Landschaft. Eindrucksvolle Felsformationen, häufig wechselnde Gesteinsfärbungen und ein momentan verhaltenes Bergauf und Bergab lassen die Anstrengung schnell vergessen.

Jetzt werden wir von Hirtenhunden argwöhnisch beobachtet, denn wir passieren von Beduinen

bewohntes Terrain. Lange Wasserschläuche sind für die Bewässerung der Felder notwendig.

Es wird Zeit für die Mittagspause, wir suchen einen schönen Schattenplatz mit guter Aussicht und stärken uns, denn es folgt nochmals ein steiler Anstieg auf steinigem, fast weglosem Gelände.

Ein Blick zurück, aus diesem Tal kommen wir hoch und erreichen den Übergang zum Wadi Musa.

Die Schafe beobachten uns interessiert. Wir legen eine kleine Verschnaufpause ein und betrachten nochmals die wunderschöne Umgebung.

Ein paar Meter noch und da sehen wir das Wadi Musa ( Moses-Tal). Zunächst rätseln wir, wie wir wohl in dieser Schlucht hinunter kommen. Ohne Guide wären wir wohl aufgeschmissen. Vorsichtig und sicher führt uns Faud nach unten bis zur Sanddüne. Ab hier geht es dann eben im Tal Richtung Klein Petra (Siq el Bared).

Der Siq el Bared liegt 6 km nördlich quasi als Vorort der berühmten Nabatäer Hauptstadt Petra.

Der Ort diente als Karawanenstellplatz auf der Handelsroute zwischen Mittelmeer und Rotem Meer und ist nur durch eine enge Schlucht zu erreichen. Interessant ist das Biklinium . Es beinhaltet ein Deckenfresko mit Trauben, Blumen, Vögeln, Weinreben und Putten, eine der wenigen erhaltenen Wandmalereien der Nabatäer.

Wir sind ziemlich müde als wir abends in unserem Hotel in Petra ankommen. Außerdem sind wir angesichts der Menschenmassen etwas geschockt. Unser Reiseführer berichtet, dass in Petra schon jetzt alle Übernachtungsmöglichkeiten ( und das sind nicht wenig) ausgebucht sind. Dies ist normalerweise erst ab Mitte April der Fall. Der riesige Busparkplatz ist rappelvoll. Na, das kann ja morgen heiter werden.

Mittwoch 01.03.2023

                         Heute nun das absolute Highlight einer Jordanienreise.

Kein anderer Ort steht so sehr für Jordanien wie Petra, die antike Felsenstadt im Tal des Moses.

Petra wurde einst von den Nabatäern aus den roten Sandsteinfelsen geschlagen-eine ganze Stadt aus Felsen. Auf diese Eigenart ist auch ihr Name zurückzuführen, den das griechische Wort "petros" heißt übersetzt Stein oder Fels. Ihre Blüte erlebte die Stadt im 1.Jahrhundert vor Christi.

Damals zapften die Nabatäer Wasserquellen in der Region an, bauten Kanäle aus Stein und Ton und schufen aus Petra mit Hilfe des Wassers einen zentralen Handelsknoten zwischen Ägypten, Syrien und Südarabien.

 

 

                                                           der Lageplan von Petra

So früh können wir wohl gar nicht am Eingang sein, dass nicht schon Touristenmassen da sind. Aber wir müssen es einfach so hinnehmen, wenn wir die Besichtigung machen möchten. Wir hoffen, dass sich die vielen Menschen in dem großen Areal verteilen.

Die Landschaft ist auf alle Fälle schon mal eindrucksvoll, auf dem Weg bis zum Eingang der Schlucht ( Siq ) sehen wir das Obeliskengrab. Außer zu Fuß gibt es die Möglichkeit, sich von Kamel, Esel, Pferd oder Elektrocar transportieren zu lassen.

Die Wegstrecke durch die enge Schlucht bis zum Schatzhaus beträgt ungefähr einen Kilometer.

Auffallend ist eine Gesteinsformation, die von der Seite wie ein Fisch und von vorne dann wie ein

Elefant aussieht--die Natur ist eine Wundertüte. Dann stehen wir plötzlich nach der engsten Stelle vor dem Schatzhaus.

Je länger wir das Bauwerk betrachten, desto mehr Details entdecken wir. Die "Kameltaxis" warten auf Kundschaft. Auch einige Verkaufsstände sind auf dem geräumigen Vorplatz, für Sicherheit ist ebenfalls gesorgt.

 

Vom Schatzhaus des Pharao ( Khazne al-Firaun) , das 40 m hoch und 25 m breit ist, gehen wir die  

Straße der Fassaden entlang in Richtung der Gräber und des Theaters.

Auf der rechten Seite befinden sich die monumentalen Königsgräber. Wir steigen eine Steintreppe hoch und genießen die Details dieser Bauwerke. Beim Wasserpfeifenmann gönnen wir uns einen Kaffee . Der Blick auf das Theater ist einfach umwerfend.

Wir setzen unsere Besichtigungstour fort und nehmen den Weg Richtung Säulenstraße und Großem Tempel.

Unser Guide Fuad nimmt aber nicht den direkten Weg zum bestellten Mittagessen in dem Restaurant nahe des Großen Tempel. Wir steigen nochmals in die Höhe und haben dabei einen schönen Blick auf den Tempel und die unvollendeten Gräber in der Felswand. Wir umrunden auf einem schmalen Steig den Bergrücken und nehmen dann das wohl verdiente Mittagessen im

Schatten der Bäume ein.

Nach der ausgiebigen Stärkung nehmen wir den alten Passionsweg zum Kloster von Petra (Al Deir) in Angriff. Auf 1,6 km überwindet man 200 Höhenmeter mit insgesamt 800 Stufen in der teilweise 

recht engen Schlucht.   

 

Wir suchen uns eine Sitzgelegenheit, um dieses imposante Bauwerk von 42 m Höhe und

50 m Breite auf uns wirken zu lassen. Ein letzter Blick zurück ,dann führt die Wanderroute weiter in häufigem Auf und Ab, meist auf mehr oder weniger schmalen Felsbändern bis kurz vor Klein Petra. Immer wieder bieten sich atemberaubende Ausblicke auf diese gewaltige Berglandschaft.

Teilweise sind Treppen, um auf den Felsenbändern nach unten oder oben zu wechseln. Eine wunderschöne Echse räkelt sich in der Sonne. Vor dem letzten Abstieg gibt es noch bei einer kleinen Hütte einen Kaffee. Nach 7 Stunden reiner Gehzeit  sind wir wieder in der Ebene, wo uns der Bus abholt und ins Hotel in Petra bringt. Was für ein herrlicher Tag !!!!

Donnerstag 02.03.2023

Der Muskelkater hat keine Chance, denn es geht heute kurz nach dem Haupteingang von Petra auf der linken Bergseite gleich steil hinauf. Unglaublich, aber hier sind wir nur einige Meter von den

Hauptwegen weg und praktisch alleine unterwegs-genial von Fuad, unserem Guide.

Wir müssen über ein sehr schmales Felsband und Fuad ist beim Steilstück behilflich, denn hier sind

die Stöcke eher hinderlich. Kurz darauf passieren wir eine Behausung von Beduinen, die aber 

technisch gut ausgerüstet sind. ( Handy!)

Gleich darauf folgt die nächste Steilstufe in eine enge Schlucht. Selbst die Ziege ist sich nicht so richtig im Klaren, wo es weiter geht, Nochmals steil hinauf und wir stehen oberhalb des Schatzhauses und haben einen unglaublich schönen Tiefblick.

Hier oben ist doch tatsächlich ein kleines Teehaus, das von der anderen Seite gut erreichbar ist.

Jetzt haben wir uns erstmals eine Pause und ein Getränk verdient, die Streckenführung ist bis hierher umwerfend schön.

Es folgt der steilste Anstieg dieser Wanderung, teilweise müssen wir jetzt richtig mit zupacken.

Tief unter uns die Menschenmassen am Platz vor dem Schatzhaus. Ganz oben sehen wir sogar

das Theater, die Spitze des Klosters und die Stele an unserem heutigen Ziel, dem Opferplatz.

Zum Opferplatz ist es nun nicht mehr weit. Noch ein letzter kurzer Anstieg und wir sind oben am

Hohen Opferplatz. Es handelt sich um einen nabatäischen Kultplatz auf dem Jabal Attuf, sozusagen dem Hausberg des antiken Petra. 

Steil steigen wir endgültig ab und kommen genau zwischen Theater und Schatzhaus bei den Gräbern auf die  Fassadenstraße, wo wir ja gestern gegangen sind. Nun sind es durch die Schlucht bis zum Hotel noch 2,5 km, aber gefühlt sind es wesentlich mehr. Wir haben auch heute fast sechs Stunden reine Gehzeit und  knappe 13 km über Stock und Stein hinter uns. Es war sozusagen herrlich anstrengend.

Das Gepäck haben wir heute morgen schon bereitgestellt, denn nun fahren wir noch

zwei Stunden mit dem Bus bis zum Besucherzentrum des Wadi Rum.

Kurz danach bekommt jeder von uns ein Kamel und wir reiten mehr oder weniger glücklich eine Stunde auf den Wüstentieren, bis wir in Geländewagen umsteigen und in unser Beduinencamp fahren. Also unsere Begeisterung für den Kamelritt hält sich in Grenzen, aber da können wir schlecht Spielverderber sein. 

Wir steigen von den Kamelen, die Jungs haben sich offensichtlich köstlich amüsiert und bringen ihre Kamele zurück ins Dorf.

Im Geländewagen fühlen wir uns auf alle Fälle besser. Wir beziehen unsere Unterkunft und sputen uns dann zum Sonnenuntergang. Dieser war jedenfalls nach unserem Geschmack.

Freitag 03.03.2023

Nach dem Frühstück brechen wir zu einer 5 stündigen Wüstenwanderung auf. Die Felsformationen, die aus dem Sand zu wachen scheinen, üben auf uns immer wieder eine

besondere Faszination aus. Vereinzelt sehen wir kleine Blumen und nicht für Touristen hergerichtete Kamele.

In leichtem Auf und Ab gehen wir bei angenehmen Temperaturen ( 24-26°C) eine große Runde. In einer Felswand sind interessante Gravuren zu sehen, die etwas mehr als 12000 Jahre alt sind

Vor einigen Tagen hat es geregnet und so sprießen an manchen Stellen wunderschöne Pflanzen und schmücken die Landschaft

Nach einer Mittagspause im Schatten kehren wir auf der Rückseite eines Bergrückens ins Camp zurück, da wir noch mit den Geländewagen einige schöne Plätze anfahren wollen.

Langsam fahren die beiden offenen Geländewagen, damit es nicht zu staubig wird durch das weitläufig Gelände. Ständig neue Blickwinkel auf die Wüste mit ihren beeindruckenden

Felsformationen. Die höchsten Erhebungen sind immerhin über 1700 m hoch. Unser Fahrer ist gerade mal 18 Jahre alt und stammt aus dem Dorf am Eingang zum Wadi Rum.

Im  Jebel Khazali , einem Berg im Wadi Rum Schutzgebiet, gibt es eine tiefe schmale Spalte von

ungefähr 100 m Länge. Deren Innenwände sind mit nabatäischen und islamischen Felsgravuren von Menschen und Tieren bedeckt. 

Nach dieser Besichtigung geht es zurück ins Camp. Es wird gepackt, morgen steht die längere Fahrt über Akaba am Roten Meer zu unserem letzten Domizil, einem Hotel am Toten Meer an.

Samstag 04.03.2023

Von unserem Camp geht es zunächst in den Geländewagen zurück bis kurz vor dem Visitor Center.

Ein Verkehrsschild weist darauf hin, auf Kamele aufzupassen. Nach dem Umstieg in den Bus sind es 340 km bis wir 400 m unter dem Meeresspiegel am Toten Meer sind.

Da wir uns nun in der Freihandelszone und dem Gebiet voller Konflikte befinden, müssen wir in Akaba innerjordanisch zweimal eine Kontrollstation passieren. Busse mit Touristen werden aber

kaum beachtet und können problemlos weiterfahren. Von Akaba fahren wir ganz nahe der israelischen Grenze. Die Landschaft wird teilweise wieder wüsten ähnlich. Auffallend sind die

vielen Zelte von syrischen Flüchtlingen und Arbeitern, meist aus Ägypten, Jemen, Pakistan und

einigen asiatischen Ländern.

 

Am Nordende des Toten Meeres sind die Hotels wie an einer Perlenkette aufgereiht, Wir sind im

Mövenpick Hotel, ein edler Schuppen. Das ist zwar nicht unsere Welt, aber da müssen wir halt durch. Zugegeben, die Anlage ist stilvoll der Landschaft angepasst und die Außenanlagen sind wirklich schön angelegt.

Die Innenräume und der riesige Speiseraum sind ebenfalls geschmackvoll und letztlich ist es ein würdiger Abschluss dieser wunderbaren Reise. 

Sonntag 05.03.2023

Heute Vormittag testen wir, ob das Zeitung-oder Buchlesen auf dem Rücken liegend wirklich möglich ist Wir können es bestätigen, 30% Salzgehalt sorgen dafür. Mehr wie 15 - 20 Minuten am

Stück soll man aber nicht in dem Wasser bleiben. Für eine" Babyhaut" sorgt der Schlamm, der in 

stilvollen Vasen zur Verfügung steht. Es folgt der Transfer zum Flughafen. Wir heben pünktlich ab, erreichen sogar einen Railjet nach Salzburg früher und steigen um 23:00 am HBF Salzburg aus.

09:30 Baden im Toten Meer-23:30 wieder zu Hause in der Moosbacherau in Anger.