Heute morgen ist es bedeckt und als wir uns in Västervik die bunten Fischerhäuschen und die 

Kirche St. Petri - ein gewaltiger Ziegelsteinbau- ansehen, regnet es leicht.

Wir haben Glück, denn ein Seiteneingang der Kirche ist offen und so besichtigen wir dieses 

schöne Bauwerk auch innen.

Unser Ziel ist Vimmerby, die Astrid Lindgren Stadt. Hier befindet sich der sicher interessante

Freizeitpark der berühmten Kinderbuchautorin. Leider wird er erst 15.Mai geöffnet, deshalb ist hier noch überhaupt nichts geboten- schade. 

Zum ersten Mal überhaupt auf dieser Reise suchen wir einen Campingplatz auf, denn alle im

Umkreis befindlichen Stellplätze bieten keine Duschmöglichkeit. 

Aber Haarewaschen und Duschen ist dringend nötig, so stehen wir wunderschön fast alleine in diesem riesigen Areal. Der Blick aus dem Hobelfenster ist nicht der Schlechteste.

Im übrigen zeigt sich schon wieder ab und zu die Sonne. Wir können also nicht klagen.

Dienstag 02.05.2023

In der Nacht regnet es teilweise, viel ist es aber nicht, denn in der Früh ist der Boden trocken. Aber es geht ein stürmischer Wind und der Himmel ist wolkenverhangen.

Da Astrids Lindgrens World ja noch geschlossen ist, statten wir in Vimmerby dem Geburtshaus der Kinderbuchautorin einen Besuch ab.

 

 

Anschließend fahren wir die Ortschaften an, wo die Filme gedreht

wurden. Hultsfred, Lönneberga und Mariannelund. Es ist aber nichts zu

besichtigen.

Aber besonders schön ist Bullerbü. Hier parken wir den Hobel und marschieren durch den sehr malerischen Ort, in dem auch eine der ältesten Holzkirchen Schwedens zu bestaunen ist. 

Der Ort heißt ja eigentlich Sevedstorp.

Von Mariannelund führt die Route jetzt über Rumskulla in Richtung

Norra Kvill Nationalpark. Bis dahin legen wir noch zwei Stopps ein.

Der Erste bei der dicksten Eiche Schwedens, die inmitten von Steinhäufen steht. Diese Steinhaufen zeigen, wie mühsam es war, in der Gegend kleine 

Felder anzulegen.

Beim zweiten Halt sind es 10 Minuten Fußweg zu dem Naturdenkmal

Diket“. Eine Verwerfung zerriss den Fels, auf 100 m Länge entstand eine

wie mit dem Messer geschnittene Spalte, 2 m tief, nur 70 cm breit, ein 

glänzendes Bächlein fließt hindurch.

Nun sind es nur noch wenige Kilometer zum Waldparkplatz im

Nationalpark. Nach 83 km stellen wir den Hobel ab und nach dem

Mittagessen unternehmen wir eine wunderschöne Wanderung.

Insgesamt marschieren wir knapp 3 Stunden durch diesen urigen,

sich selbst überlassenen Wald mit den beiden Seen.

Übrigens, seit dem späten Vormittag scheint wieder die Sonne und nach der Wanderung lassen wir am Picknick Platz hinter dem Hobel die 

Seele baumeln. Wir sind ganz alleine und übernachten hier.

 

                         Wir nehmen Euch einfach mal mit auf die Wanderung 

Mittwoch 03.05.2023

Wir haben die kälteste Nacht, seit wir unterwegs sind. Um 05:30 hat es 1°C, dafür geht  die Sonne 15 Minuten später auf, der Himmel ist wolkenlos und um die Mittagszeit sind es 18°C.

Den wunderbaren Waldparkplatz verlassen wir und zunächst geht es nach Vimmerby. Da kaufen wir frisches Brot, Kartoffel, Milch und Butter. Nach einigen Kilometern verlassen wir die Hauptstraße, die nach Västervik führt und benutzen die kleine Landstraße über Frödinge und Gamleby. Sehr schöne Streckenführung, leichtes auf und ab, immer wieder kleine Seen, kein

Verkehr, einfach herrlich.

In Valdemarksvik bummeln wir einmal durch den netten Ort und essen dann ganz hervorragend und preiswert ein sehr gutes Mittagsmenue. Der aus dem Reiseführer ausgesuchte Stellplatz in Gryt var entpuppt sich als nicht so toll. Also einige Kilometer zurück und nach Fyrudden abgebogen.

Hier stehen wir nun für eine Nacht am Hafenparkplatz.  Es ist zwar nicht ganz optimal, da hier einige Landungsboote des schwedischen Militärs anlegen. Wie  wir gestern gelesen haben ist ja ein

gigantisches Manöver im Ostseeraum. Aber uns tut keiner was, die paar Jungs und vor allem Mädels der Marine sind ganz nett.

Donnerstag 04.05.2023

Warum auch immer, heute Nacht schlafen wir beide zum ersten Mal ganz schlecht , obwohl es keinen erkennbaren Grund gibt. Daher stehen wir um 05:30 auf und frühstücken, bei einer Außentemperatur von 7°C.  Bewusst fahren wir auf einer ganz schmalen Schotter-Lehmstraße Richtung Börrum und von dort nach Stegeborg. Wir sind praktisch alleine unterwegs und können in Ruhe ein Rudel Rehe beobachten, Hasen gibt es sowieso jede Menge und immer wieder mal einen Kranich.

Aber dann- die Überraschung, auf einer Lichtung steht doch tatsächlich eine Elchkuh.

Wir können es kaum glauben, denn hier haben wir damit überhaupt noch nicht gerechnet.

Eine ganze Weile bleiben wir einfach stehen und schauen dem mächtigen Tier beim Frühstück zu.

Kurz vor Stegeborg sichten wir bei Skällvik eine Kirche mit einem separaten Glockenturm, der aus einer gewaltigen Holzkonstruktion besteht. Kurz darauf erreichen wir die Slottsruin Stegeborg.

Für 80 skr pro Person, am Automaten mit Kreditkarte öffnet sich die Drehtüre und wir können den

dickwandigen Verteidigungsturm aus dem 13. Jahrhundert aus der Nähe ansehen. Gleich daneben könnten wir mit einer Seilfähre an das andere Ufer des Fjordes gelangen.

Den Hobel stellen wir eine halbe Stunde später auf einem zentrumnahen Parkplatz in 

Söderköping ( er ist auch hier präsent!) ab. Eine wunderschöne Kleinstadt am Beginn  des

berühmten Göta Kanals, die im 13.Jahrhundert von Kaufleuten aus Lübeck gegründet wurde und 

einst zu den wichtigsten Handelsstätten des Landes gehörte. Beim Stadtbummel sehen wir die

St. Laurenti Kirche, das Rathaus und das Stadtmuseum. Außerdem gönnen wir uns ein wirklich

leckeres Eis! 

Zum Schluss führt uns die kleine Runde zum Göta Kanal. Bei den Tafeln können wir uns über die

gewaltige Leistung beim Bau und über den Kanal selbst informieren.

Nun stehen wir 15 km von Söderköping entfernt in Mem bei der letzten oder ersten Schleuse des Göta Kanals. ( je nachdem aus welcher Richtung man kommt) auf einem Stellplatz für 4 Fahrzeuge.

Übrigens ist es sonnig, aber es bläst nach wie vor ein ziemlich kalter Wind.

Aber so, dass wir nachmittags gute zwei Stunden in der Sonne sitzen können.

Freitag 05.05.2023

Ups, wir schauen in der Früh raus und können nichts erkennen. Es hat -2°C und der Hobel hat Eisblumen am Fenster. Gegen 07:45 fahren wir weg und die pralle Sonne hat inzwischen enteist.

Wie immer wenn es möglich ist, wählen wir kleine Straßen und es geht wieder mal durch eine

herrliche Allee bis wir über Hudby und Norsholm das Ufer des sehr großen Roxensees erreichen.

Immer am Nordufer entlang sind wir kurz vor der vormittäglichen Kaffeepause in Berg. 

Ganz verloren stehen wir auf dem riesigen Parkplatz und wollen gerade Kaffee kochen.

Die Carl-Johann Schleuse besteht aus sieben aneinandergereihte Schleusen, die Schiffe überwinden die beachtliche Höhe von 18,8 Metern.

 

Wir sehen, dass gerade ein Schiff in die Schleusentreppe einfährt. Also kein Kaffee, sondern sofort die paar Meter zum Göta Kanal hoch. Wir erfahren vom Schleusenwärter, dass der Kanal seit gestern wieder nach der Winterpause freigegeben wurde und es sich um das erste und heute einzige Schiff handelt-wir Glückspilze. 

 

                     Es ist ein tolles Erlebnis,  das wir hier in Bildern festhalten 

Entlang am Kanal gehen wir noch bis zum Beginn des Roxensees, der Steg ist in der Saison für 

wartende Besucher gedacht, die sich die Schleusen ansehen wollen gedacht. Da wird es wohl heftig zugehen.

Wir kochen uns etwas zu Mittag, denn alle Restaurants im Ort Berg sind noch geschlossen. Danach nehmen wir die Straße 34 über Motala nach Vadstena, ein wunderschöne Kleinstadt mit markanten Sehenswürdigkeiten. 

Wir bekommen am Hafen des Vättern Sees noch einen der letzten Stellplätze und gehen auf Stadterkundung. 500 m neben unserem Platz befindet sich das trutzige, wirklich eindrucksvolle

Schloss. König Gustav Vasa ließ es 1545 als Festung errichten. Später wurde diese zu einem Residenzschloss umfunktioniert und beherbergte bis in das 18.Jahrhundert hinein die Könige.

Nahtlos schließt sich die Fußgängerzone des 8000 Einwohner zählenden Städtchens an.

Sehr gepflegte und liebevoll hergerichtete Häuser und Geschäfte, Rathaus und und ein markanter roter Turm sind zu bewundern.

Gleich darauf besichtigen wir die Klosteranlagen zu Ehren der Heiligen Brigitta. Auch hier können wir in das Gebäude hinein. Gegründet wurde das Kloster im Jahr 1384.

Zurück an unserem Platz genießen wir noch die Sonne und lassen den wunderbaren Tag nochmals an uns vorüberziehen. Blick auf Schloss und See!

Samstag 06.05.2023

Die heutige Fahrt geht in den Ökopark Omberg, das ist nur 25 km von der großartigen Kleinstadt Vastena entfernt. Wir stellen den Hobel am Parkplatz Stocklycke ab, holen die Wanderstiefel raus  und entscheiden uns für ein Rundwanderung von knappen 10 km. 

Sehr abwechslungsreich ist die Wegeführung. Über eine Erhebung zunächst zum Aussichtspunkt 

Pers Sten, herrlicher Blick auf den Vättern See. Dabei entdecken wir gleichmal unseren Übernachtungsplatz. Hier haben 3 Fahrzeuge Platz, wir hoffen, dass wir nachmittags noch einen Platz ergattern.

Dann führt der Weg teilweise recht steil zur Landzunge Älvarum.

Unzählige verschiedene Baumpilze können wir bestaunen.

Nun geht es ziemlich steil durch Birkenwälder zum Aussichtspunkt Marberget. Nochmals ein wunderbarer Ausblick auf den Vättern, bevor wir zum Schluss der Wanderung ein Kalksteinmoor überqueren.

Nach knapp 4 Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt, in einem kleinen Lokal gibt es ein Lunchbuffet. Wir haben Glück und können den Hobel an dem gewünschten Platz abstellen.

Hier lassen wir uns für den Rest des Tages von der Sonne verwöhnen.  Inzwischen geht die Sonne kurz vor 21:00  unter und in der Früh wird es ungefähr um 4:20 hell.

Sonntag  07.05.2023

Wieder recht früh sind wir auf der Straße, erstmal zurück nach Vadstena und über Motala in Richtung Askersund. Etwa 5 km vor dieser Kleinstadt am Vättern gehen wir einmal um das

Stjärnsund Slott, ein zwischen 1798 und 1803 errichtetes Schloss im klassizistischen Stil.

Die Bewohner hatten einen noblen Badesteg.

Im Reiseführer steht über Askersund nichts nennenswertes, deshalb wollen wir an dem dort

befindlichen Versorgungsplatz nur das Grauwasser ablassen und die Toilette entleeren. Dabei merken wir, dass diese kleine Stadt mit hervorragender Lage am Vättern See eine nähere Betrachtung wert ist. Zunächst sticht die Kirche ins Auge, wir können auch hinein. Mal ganz ein anderer Stil innen. Aber allen Kirchen ist gemeinsam, dass für die Kinder eine Spielecke eingerichtet ist. Das ist eine wirklich gute Idee finden wir.

Inzwischen beginnt die Blüte bei Bäumen und Sträuchern, die Blätter treiben aus und nette Häuschen gibt es auch zu sehen. Askersund heißt die Gäste willkommen.

Danach gehen wir über einen Steg zu sogenannten Bürgermeisterinsel, einem Gelände mit 

den Einrichtungen für Zeltlager, auch Baumhäuser sind vorhanden. Wir steigen fast auf ein Ei, von wem es stammt wissen wir nicht.

Hier am Hafen gibt es auch ganz vorzügliche Pizzen. Gestärkt nehmen wir nun die Straße 49 nach Karlsborg, um hier die berühmte Festungsanlage zu besichtigen. Aber, hier sind wir dann doch etwas enttäuscht. Es ist eigentlich zum Großteil noch eine aktive Kaserne, daher viel Gelände und einige Gebäude gesperrt. Die Kirche kann man innen ansehen, ist aber nichts besonderes.

wir steigen noch auf den Befestigungswall, aber außer einen Blick auf den See, einige Kanonen und eine herrschaftliche Villa gibt es auch nicht viel her.

Nicht weit von Karlsborg liegt der Tivedens Nationalpark, eine Waldlandschaft mit Wildnis Charakter. Wir stellen den Hobel ab und unternehmen eine relativ kurze, aber sehr schöne 

Wanderung, bei der wir ein paar Mal auch hinlangen müssen. Eine wirklich urige Unternehmung

Da das Übernachten in Nationalparks verboten ist, fahren wir noch  30 km bis wir wieder in Askerlund direkt am See einen geeigneten Übernachtungsplatz finden. 

Wir haben es kaum bemerkt, weil es eigentlich immer kurze Abschnitte sind ,aber der Hobel 

fährt heute doch insgesamt genau 200 km. Wir wollen es eigentlich  nicht mehr erwähnen, aber wieder ein nahezu wolkenfreier Tag mit bis zu 18°C , das ist fast nicht zu glauben.

Heute stehen wir wieder ganz alleine mit herrlicher Aussicht und Besuch ist auch gleich da.

Montag 08.05.2023

Wir lassen Askerlund nun endgültig und bewegen uns soweit es geht auf kleineren Straßen nach Örebro. Zunächst ein Einkauf, danach stellen wir den Hobel auf einem kleinen strategisch günstigen Parkplatz ab-Park 4 Night sei Dank.

Der Weg zu den Sehenswürdigkeiten im Zentrum führt wunderschön immer am Ufer der Svartan entlang. Das sind einfach knapp 2,2 km.

Nach ein paar Minuten kommen wir an Wadköping vorbei, das eine Besichtigung wert ist.

Besonders sticht die Königshütte ins Auge. Sehr liebevoll wird auf die stilechte Wiedergabe des 

damaligen Lebens geachtet.

Bis zu Attraktion, dem mächtigen Wasserschloss bestaunen wir noch die wunderschönen Anwesen entlang des Flussufers.

Das prächtige Schloss wurde gegen Ende des 16.Jahrhunderts auf einer Insel inmitten des Flusses erbaut. Das Erscheinungsbild ist bis heute unverändert. Das Bauwerk ist mehr als beeindruckend.

Ein paar Hundert Meter noch und wir sind am zentralen Platz, dem Storttorget. Er ist einer der

größten Plätze in Schweden. Gleich daneben befindet sich die Nicolai Kirche, erbaut im

13. und 14. Jahrhundert.

 

Nach dem Mittagessen marschieren wir zurück und der Hobel hält nach 15 km in Glanshammar.

In der dortigen Kirche können wir gut erhaltene Fresken aus dem Jahre 1589 bewundern.

Bevor wir zu unserem heutigen Zielort Strängnas kommen halten wir noch für eine kurze 

Besichtigung  von Sigurtsristning. Auf einer geneigten Steinplatte wird durch eine Riesenzeichnung

eine komplette Bildergeschichte von Siegfried ( wer auch immer das war?) erzählt.

Gleich darauf bekommen wir am Yachthafen von Stängnäs noch einen ganz annehmbaren 

Stellplatz. Jetzt wollen wir erstmal die vielen Eindrücke der letzten Tage verarbeiten, deshalb sind wir uns sofort einig, hier zwei Nächte zu verbringen. Morgen werden wir uns in Ruhe diese Stadt am Störjaden See ansehen. Der Hobel hat sich nach heute 212 km ebenfalls einen Ruhetag 

verdient. Es stehen insgesamt 6 Campingfahrzeuge am Yachthafen, wir sind die einzigen, die nicht aus Skandinavien sind. ( 4 Schweden und 1 Norweger)

 

Dienstag 09.05.2023

In der Früh fällt der erste Blick auf zwei markante Objekte in Strängnes, die rote gut erhaltene

Windmühle (Väderkvarn)und den Dom. Es hat morgens heute schon 8°C und insgesamt wird es wärmer, der Wind ist ebenfalls nicht mehr so kalt und ist bei weitem nicht mehr so heftig.

Wir sind heute genau seit 4 Wochen unterwegs und haben den letzten Regentag auf der

Fähre nach Trelleborg erlebt , das war am 14.04.!

Strängnäs ist eine sehr alte Stadt, deren Geschichte bis in die Wikingerzeit zurück reicht.

Natürlich ist der herrliche Dom, mit dessen Bau 1260 begonnen wurde unser Ziel. Am See entlang, vorbei an den Häusern des ältesten Stadtteil führt unser Weg auf die kleine Anhöhe.

Im mächtigen gotischen Backsteingebäude mit der reich verzierten Kupferturmhaube wird unser Blick sofort auf den schönen Flügelaltar gelenkt. Außerdem gibt es gut erhaltene Fresken, diverse Standarten und Bodenplatten. Ebenso sind die Kronen von Karl IX und seiner Gemahlin Kristina vom Jahr 1611. Eine sehr alte Bibel von Gustav Vasa aus dem Jahr 1541 liegt in der danebenstehenden Vitrine.

Wir umrunden den gewaltigen Bau, an dessen Sockel noch einige Runensteine eingelassen sind und betrachten noch die schönen neben dem Dom stehenden Gebäude.

Wieder am See könnten wir jetzt an einem Kajak Automaten mit der Kreditkarte ein entsprechendes Kajak mieten.  Das wollen wir aber nicht, stattdessen holen wir unsere Stühle aus dem Hobel und sonnen uns am Nachmittag bei 23°C! 

Mittwoch 10.05.2023

Am Morgen bekommt der Hobel in Stängsnäs noch seinen Diesel ( Sprit ist mit Abstand der größte

Kostenfaktor, 1l im Schnitt 20,35 SKR) und dann geht es über Stallarholmen nach Mariefred.

Dieser kleine, idyllische Ort hat eine reizvolle Lage an Schwedens 3.größtem See, dem Mälaren. 

Wie immer, die Herrschenden haben sich die besten Lagen ausgewählt und so liegt am Seeufer 

eines der schönsten Vasa Schlösser, das Schloss Gripsholm. Mehrere Tafeln informieren und

begrüßen die Gäste. Hiervon sind wie bisher meistens nur wenige, denn am großen Parkplatz haben wir freie Auswahl. Auf dem Weg zum Eingang sehen wir Runensteine aus dem  

11. Jahrhundert

Zuerst begeben wir uns in den wunderschönen Innenhof, dort wo auch noch zwei aufpolierte

Kanonen stehen.

Bei der Umrundung des 1383 erbauten Schlosses können wir uns gar nicht entscheiden, welche Ansicht nun die schönste ist. Der Blickwinkel ändert sich ständig und jede Betrachtung hat ihren besonderen Reiz.

Zum Schluss schlendern wir noch durch das nette Mariefred zum Grab des bekannten Schriftstellers Kurt Tucholsky, der die Novelle "Gripsholm" geschrieben hat, die auch verfilmt wurde. 1935 hat der Schriftsteller Selbstmord begangen.

Nach wenigen Kilometern, ebenfalls am Ufer des Mälaren Sees, ist beim kleinen Schloss in Taxinge nach insgesamt nur 48 km Schluss für heute. Noch die Kirche des Dorfes betrachtet, kurz zu See gegangen und im Schloss Cafe gibt es Kaffee und leckeren Kuchen,

Mit Erlaubnis des Betreibers dürfen wir auf dem auch hier riesigen Parkplatz über Nacht stehen.

Wir bereiten uns dann nochmals für den morgigen Besuch von Stockholm vor.

Donnerstag 11.05.2023

So, nun rollt der Hobel in Richtung Stockholm Vom Übernachtungsplatz sind es gerade mal 57 km,

das Navi sagt 45 Minuten. Hätte fast gepasst, wenn wir für die letzten 9 km aufgrund von Baustellen und starkem Verkehrsaufkommen nicht fast 45 Minuten brauchen würden. Um kurz vor 9:00 sind wir auf dem von uns ausgewählten Wohnmobilstellplatz gute 

3,4 km von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten entfernt. Da der Platz erst heute aufmacht und Vorbuchung grundsätzlich nicht möglich ist, haben wir die Hoffnung, dass die Dame, die kurz danach an der Rezeption erscheint, uns einbucht. Pustekuchen, erst ab 12:00, sie wirft den Computer wegen uns nicht an, da sie so viel zu tun hat und komplimentiert uns hinaus.

Also kleiner Rucksack, Foto und ab geht es erst mal am Riddarfjörden entlang Richtung Zentrum.

Ein sehr interessanter Beginn, liegen doch alle möglichen Boote an Kai. Historische, Hotelboot,

Bar und Nachtclub Boot, sowie mehrere liebevoll hergerichtete Boote quasi als Dauerdomizil. 

Ein schöner Blick auf das Stadthuset , die Klara Kirka und den Stadtteil Kungsholmen begleitet uns.

Den Turm wollen wir morgen besteigen, er soll einen umfassenden Blick von oben bieten.

Auf der anderen Straßenseite zwei Museen sowie Maria Magdalena Kirka. Wir nehmen die Brücke und sind dann, nochmals mit Blick auf das Stadhuset, an der Centralstation.

Zunächst wollen wir eigentlich zur Touristeninfo, die in unserem Marco Polo Stadtführer angegeben ist. Da wir nicht fündig werden, fragen wir nach und uns wir gesagt, dass die Infostelle schon vor 3 Jahren geschlossen wurde. Unser Stadtführer ist von Ende 2020!!

Na ja, dann eben nicht. Wir besichtigen zunächst mal die Klara Kyrka, ( St. Clara Kirche)

Zwischen 1282 und 1290 wurde das St,Clara Kloster und die entsprechende Kirche errichtet.

1627 wurde die Turmmauer erhöht und das Ganze bekam eine hohe Turmspitze sowie große spitzbogige Fenster. 

Die Dame, die uns auf 12:00 vertröstet hat, meinte es könnte erfahrungsgemäß schnell voll werden. Daher unterbrechen wir die Besichtigungstour und marschieren schlappe 3,4 km zurück und tatsächlich stehen die Wohnmobile buchstäblich Schlange. Wir bekommen noch einen Platz und sofort führen wir unsere Besichtigung fort. Also wieder 3,4 km in die schon bekannte Richtung.

Dieses Mal queren wir bei der U-Bahn Station und sind dann gleich im Stadtteil Gamla Stan.

Sehr enge malerische Gassen führen uns zum Stortorget (Marktplatz) und damit zum Storkyrkan (Dom). Natürlich benutzen wir unsere eigene Gasse!!!

Gleich daneben dann der  Storkyrkan (Dom). Hier gibt es einiges zu bestaunen. Den siebenarmigen

Leuchter. Es ist ein 3,7 m hoher Kandelaber aus Bronze und wurde im 15. Jahrhundert in Deutschland hergestellt. St. Georg und der Drache ist eine einmalige, gut erhaltene Skulptur Gruppe aus Eichenholz geschnitzt. Der Silberaltar aus Ebenholz und Silber ist von 1650.

Zuletzt sehen wir uns noch den königlichen Palast an, ein sehr beeindruckender Bau.

Ein Blick auf das Wasser zu den schönen Bauten verschiedener Museen. Bisher war ja nicht viel los, aber Stockholm ist jetzt schon voller Touristen. Auch bei uns am Stellplatz, Engländer, Franzosen, 

Deutsche, Österreicher , Norweger und Schwede sowieso. Viele Reisebusse stehen auf den

Parkplätzen. Wie wird es da erst im Sommer sein? Auch König Gustav III. ist als Statue vertreten.

Beim Rückweg genehmigen wir uns noch ein Eis und kommen nach ungefähr 18 km Fußmarsch 

ziemlich geplättet zum Hobel-ein erlebnisreicher schöner Tag bei 23"C.

Freitag 12.03.2023

Das aus 8 Mio. Backsteinen bestehende Stadthuset (Rathaus) besitzt einen 106 m hohen Turm.

Eine Turmbesteigung ist möglich und von oben soll man einen grandiosen Ausblick haben. 

Der Haken bei der Sache ist, dass nur 10 mal am Tag 30 Leute diese Möglichkeit haben.

Und das bei den vielen Touristen hier. Gestern waren wir viel zu spät dran. Deshalb marschieren

wir um 7:30 los, denn bis zum Turm sind es gut 4,5 km. Die von gestern bekannte Strecke, dann bei der Brücke über den Riddarfjärden nicht nach rechts, sondern nach links. Heute haben wir etwas anderes Tageslicht, deshalb einige Motive nochmals. Heute neu ist schon mal der Wrangelska Palast.

Die erste Möglichkeit zur Besteigung ist um 09:15, wir sind rechtzeitig dort und ergattern gleich mal ein Ticket. Die Hälfte übernimmt ein Aufzug, den Rest gehen wir bis oben durch ganz schmale Gänge, immer leicht ansteigend und einige Treppen zum Schluss. Die Aussicht ist wie beschrieben einfach grandios.

Nach einer 3/4 Stunde sind wir wieder unten und nun geht es zum Vasa Museum. Bis dort sind es 

locker nochmals 3 km, aber an welchen Gebäuden und Ausblicken wir vorbei kommen lässt 

ist einfach unbeschreiblich. Dabei müssen wir etliche Brücken passieren. Neben der Oper und einigen Museen sind auch etliche Hotels sehr sehenswerte Gebäude. 

Beim Vasa Museum selbst wimmelt es geradezu von Touristen. Wir halten uns beinahe 3 Stunden in diesem interessanten Gebäude auf. Dabei sehen wir uns auch einen 20 minütigen Film über den Untergang, die Bergung und Restaurierung des einstigen Prunkschiffes an. Die Vasa  kenterte und sank am 10.08.1628 noch auf der Jungfernfahrt in Stockholm. Nach 333 Jahren auf dem Meeresgrund wurde das imposante Kriegsschiff geborgen. Heute ist die Vasa das am besten erhaltene Schiff des 17.Jahrhunderts, das zu 98% aus Originalteilen besteht. 

Ausgestattet mit 64 Kanonen und Platz für 300 Soldaten, gigantisch erhebt sich das Schiff in der

riesigen Halle. Es ist sehr schwer es überhaupt als Ganzes zu fotografieren. Zum Glück steht noch ein kleines Modell mit Segeln im Raum, das erleichtert die Vorstellung.

 

Kurz vor 14:00 knurrt der Magen, so dass wir eine Pause einlegen, bevor wir nochmals 1,5 km zum 

Skansen - dem ersten Freiluftmuseum der Welt- weitergehen.

So, nun ist für heute genug. Wir müssen ja den ganzen Weg zurück bis zu unserem Stellplatz.

Wir nehmen den Rückweg zunächst über das Königliche Schloss, wo gerade die Wachablösung 

von statten geht. In Gamla Stan legen wir nochmals eine Pause ein, denn einige ältere Herren

spielen mit  voller Hingabe Dixie und New Orleans Swing. Ein würdiger Abschluss diesen

wiederum fantastischen Sonnentages (24°C) im wunderbaren Stockholm. Da juckt uns auch die 

etwas bescheidene Lage des Stellplatzes nicht. Wir sind eh nur zum Schlafen da. Um 17:30 sind wir hundemüde aber total happy wieder beim Hobel.

Samstag 13.05.2023

Nach 2 sehr intensiven Besichtigungstagen ist unser Bedarf an Großstadt mehr als gedeckt.

Wir haben die Sehenswürdigkeiten, die uns interessieren ausführlich gesehen und verlassen den Stellplatz um kurz vor 8:00.  Eine knappe Hobelstunde sind es bei noch relativ wenig Verkehr in

Stockholm bis zum Skokloster. Es ist nur eines der Schlösser des berühmten Kriegsmannes 

Wrangel. Die Lage ist wie bei allen diesen Bauten erste Sahne. 

Gleich daneben ist die Klosterkirche aus dem 13.Jahrundert. Leider können wir nicht hinein.

Vor dem Friedhof ein sehr schöner beidseitig bearbeiteter Runenstein.

Unser nächstes Ziel ist Uppsala, eine Universitätsstadt und seit 1164 Sitz des schwedischen

Erzbischofs. Der Dom ist eine Synthese aus französischer Gotik und nordischer Ziegelbauweise.

Es ist die größte Kirche in ganz Skandinavien, die Türme sind 118 m hoch, genau so lang ist der 

Dom selbst. Auf dem Weg dorthin kommen wir an der Dreifaltigkeitskirche und einem schönen

Universitätsgebäude vorbei. 

Dieser gewaltige Dom hat auch innen viel zu bieten, wir kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Die Glasmalereien, die Kanzel ,die Wandmalereien und das Grab von König Gustav Vasa mit seinen beiden Ehefrauen. Einfach fantastisch zu betrachten.

Nur 5 km entfernt befindet sich Gamla Uppsala, also das uralte Uppsala mit seinen Königshügeln.

Die Kirche aus dem 12.Jahrhundert und war der Sitz des ersten Érzbischofs von Schweden  bevor

dann der Dom gebaut wurde. Dieser war ja erst nach 200 jähriger Bauzeit 1435 fertig.

Das Ziel des heutigen Tages, die Stadt Sala mit dem seit 100 Jahren stillgelegten Bergwerk.

( Salva Silvergruva) . Wir kommen 155 km nach Stockholm hier an und nützen das schöne 

Abendlicht zu einigen Fotos des Geländes. Morgen um 11:00 gibt es eine Führung und wir müssen mit Helm und Stirnlampe 155m in die Tiefe! Bergstiefel und warme Kleidung sind ebenfalls nötig.

Sonntag 14 .05.2023

Den heutigen Morgen verbummeln wir bis kurz nach 10:00. Wir lassen die letzten Tage nochmal

vorbeiziehen und schauen uns die möglichen Routen für die nächsten 2 Tage an. Grund ist, dass die Bergwerksführung um 11:00 beginnt. Mit Pullover, Anorak und Bergschuhen gehen wir von unserem Übernachtungsplatz die paar Meter bis zum Stolleneingang. Der Guide erscheint

15 Minuten vorher, gibt Helme aus und nennt ein paar Dinge, die wir beachten sollen. Außer uns noch sind noch 7 Schwedinnen und Schweden.  Die Führung wäre normal auf schwedisch, aber wegen uns wird sie auf englisch durchgeführt.

Ein Aufzug bringt uns in 4 Minuten und 15 Sekunden in eine Tiefe von 155 Metern. Hier beträgt die Temperatur 2-3°C. Unser Guide ist wirklich gut und erklärt sehr anschaulich, unter welchen 

brutalen Bedingungen hier das Gestein zur Gewinnung von Silber abgebaut wurde.

Nach genau einer Stunde sind wir wieder am Tageslicht, gehen zum Hobel, kochen uns was zum

Mittagessen. Anschließend rollen wir immer wenn es möglich ist auf herrlichen Nebenstraßen in

Richtung Falun. Bei einer von außen eher unscheinbaren Kirche in St. Skedvi legen wir einen Stopp ein. Im Reiseführer wird vom Inneren der Kirche geschwärmt. Und tatsächlich -sehr sehr schön!

Die Kirche wurde im 13.Jahrhundert gebaut. Wunderbare Deckengemälde, ein mittelalterlicher

Flügelaltar und Freskenmalerei bestimmen das Innere.

Weiter über Transjö erreichen wir nach heute insgesamt 272 km den kleinen Ort Vika. 

Ein kleiner Rastplatz am See Vikasjön bietet sich als idealer Übernachtungsplatz an.

Gleich daneben ist ein Vogelschutzgebiet,  um das ein 3,5 km langer Rundweg mit zwei 

Beobachtungstürmen führt. Vor dem Abendessen gehen wir die Runde bei jetzt doch sehr

schwülem Wetter. Für die nächsten 2 Tage sind vereinzelt Schauer angesagt. 

Montag 15.05.2023

Wetter ist wiederum sehr gut, in der Früh (6:15) hat es 13,5°C, aber eher ein schlechtes Zeichen, es ist fast zu warm. Zunächst ist die Besichtigung der Skiflugschanzen auf dem Hopptorn angesagt.

Nicht um viel Geld würde uns einer da runterbringen.. Bis 2015 fanden  hier auch Weltcupspringen statt. Einen wunderbaren Blick auf die Stadt Falun und ihre Umgebung gibt es zudem.

Ein kurzer Stadtbummel folgt, aber Falun als Stadt gibt nicht so viel her, aber es geht auch um

die Aufladung der SIM Karte in einem Shop für das Internet mit dem Laptop. Denn ohne gibt es keinen Blog.

Knapp 2 km von der Innenstadt entfernt ist unser eigentliches Ziel in Falun. Diese Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, wird doch seit dem 11. Jahrhundert Kupfererz abgebaut. 

Seit 2001 ist das Bergwerksmuseum mit der Mine UNESCO-Weltkulturerbe.

Bis zur Führung um 14:00 gehen wir den "Minenwalk", also einmal um das gesamte Gelände.

Eindrucksvoll ist der 95 m tiefe Krater, der von einem Einbruch 1687 herrührt. Zum Glück waren damals keine Bergleute in den Stollen, da das Unglück am Mittsommerfest passierte und nicht gearbeitet wurde,

Wir bekommen Helm und Umhang und dann geht es über Holztreppen 67 m tief hinab, dort eine 

Temperatur von 5°C und teilweise etwas feucht von den Wänden. Unvorstellbar, dass die Bergleute hier ihr ganzes Leben lang 6 Tage die Woche  Kupfer herausgeholt haben. Zeitweise lieferte Falun  zwei Drittel der Weltproduktion.

Nach gut einer Stunde ist die sehr interessante Führung zu Ende und es geht wieder hinauf. Übrigens hat es genau beim Eintritt in den Stollen angefangen leicht zu regnen und jetzt gibt es zwar einige zum Teil sehr dunkle Wolken, aber es scheint überwiegend die Sonne und ist trocken.

Wir setzen unsere Fahrt fort, über Gagnef und Leksand an den Siljansee, einen der größten Seen 

Schwedens. Schon recht bald entdecken wir einen Platz an Ufernähe, den wir zum heutigen

Übernachtungsplatz ernennen. Nach 90 km wir heute der Hobel abgestellt.

Ein Entenpaar begrüßt uns und wir stellen per Google fest, dass es sich um Gänsesäger handelt.

Dienstag 16.05.2023

Gestern Abend hatten wir noch herrliches Licht, aber die  Wettervorhersage für heute ist ziemlich schlecht, so überrascht  uns  (nur Wolfgang, da Uschi noch schläft) der wunderbare Sonnenaufgang. Kurz darauf ist es aber über dem See ziemlich nebelig. Trotzdem fahren wir 

zu einem Aussichtsturm oberhalb Sollerön. Er öffnet erst um 10:00 Uhr und so unternehmen wir 

eine kleine, aber herrliche Rundwanderung im Naturum. Es stellt sich heraus, dass  die Sicht auf den Siljan See jetzt miserabel ist, daher fahren wir erstmal weiter Richtung Rättvikund verzichten auf die Besteigung des Aussichtsturmes.

 

 

Die Wolken werden immer weniger, es scheint wieder die Sonne, daher fahren wir kurz vor

Rättvik eine Steigung von 17% und erreichen den Aussichtturm Vida Blick. Wir haben Glück, den eigentlich ist der Turm noch gar nicht freigegeben, aber eine nette Frau, die dort arbeitet, lässt uns 

hinauf. Sie meint, sofern uns das Gerümpel, das noch rum liegt nicht stört. Natürlich stört es uns nicht und mit der Lampe des Handys steigen wir die schmalen Holztreppen hinauf und können den Ausblick auf den Siljan See nun am anderen Ufer genießen. Auch unser nächstes Ziel, die 

Kirche in Rättvik liegt unter uns.

Nun rollt der Hobel durch Rättvik und 2 km dahinter parken wir bei der Kirche. Das besondere

hier ist, dass  im Umkreis von wenigen Metern 87 Kirchställe aus dem 16.Jahrhundert stehen. Hier fanden die Pferde der Kirchbesucher früher warmen Unterstand.  Aber auch innen ist die Kirche von Rättvik recht schön.

Es ist inzwischen unheimlich schwül, der Wetterbericht sagt abends Gewitter, in der Nacht starken Regen und einen Temperatursturz von 22°C auf 8°C voraus. Deshalb steuern wir nach dem Mittagessen in Rättvik einen kleinen Womo Stellplatz an. Nachmittags ist somit sowohl eine

Hobelreinigung innen und bei uns ausgiebige Körperpflege ( Duschen, Haare waschen) angesagt.

Wir können auch den Wassertank auffüllen und die Toilette entleeren. Wir werden hier übernachten, ganz allein bei 10 Stellplätzen und warten mal ab, wie sich bis morgen die

Wetterlage entwickelt.

Mittwoch 17.05.2023

Oha, und wie sich das Wetter entwickelt hat. Nachts schüttet es ganz kräftig und in der  Früh klopft nichts mehr auf das Hobeldach. Aber beim Blick aus dem Fenster--leichter Schneefall- und wir haben 2,5°C. Es soll ab Mittag besser werden und da warten wir erst mal ab, denn wir möchten im nächsten ungefähr 25 km entfernten Nationalpark eine Wanderung zu einem Wasserfall unternehmen.

 

            Gestern Abend  schwül 22°                Heute Morgen kalt 2,5° leichter Schneefall

Es dauert nicht lange, da fängt ein (relativ kalter ) Wind an, der die Wolkendecke zumindest erst 

mal auflockert. Kurz nach 9:00 spitzt schon mal kurz die Sonne, deshalb verlassen wir den

Übernachtungsplatz und fahren zunächst nach Boda. Hier gibt es ein kleines Naturreservat,

das mit Styggforsen bis zu einem Parkplatz im Wald gut ausgeschildert ist. Es ist doch deutlich kühler wie die letzten Tage. Bergschuhe und Anorak an , dann absolvieren wir den sicher angelegten Rundweg um den 30 m hohen Wasserfall. Dieser hat durch die starken Regenfälle der 

vergangenen Nacht ganz schön Wasser.

Nun fahren wir die 17 km zurück nach Rättvik und daraufhin oberhalb des Siljan Sees nach Nusnäs. Hier ist die Heimat der Dalahästarna, der berühmten Dala-Pferdchen. seit Jahrhunderten sind diese Holzpferdchen bekannt, zunächst zum Zeitvertreib und als Zahlungsmittel hergestellt. Heute gibt es einige kleine Handwerksbetriebe in denen diese Tradition gewinnbringend fortgesetzt wird. 

Daneben ist ein altes Kirchboot aufgebaut, 80 Kirchgänger hatten darin Platz.

Nur ein paar Kilometer weiter liegt die Stadt Mora. Sie ist dadurch bekannt, weil hier das Ziel des

weltberühmten  Vasalaufes ist. Der jährliche, über 90 km gehende Langlauf Wettbewerb, ist  der längste der Welt und 1975 gewann zum bisher einzigen Mal ein deutscher Teilnehmer.

Nach einem ausgezeichneten Mittagessen steuern wir das heutige Ziel, einen Parkplatz am Ufer  des Siljan Sees auf der Insel Sollerön an. Die 7,7 km lange und 4 km breite Insel ist durch zwei Brücken mit dem Festland verbunden. Inzwischen ist aus dem Wind ein richtiger böiger Sturm geworden. Vorteil, er hat die Wolken nun weitgehend auseinander getrieben und wir haben somit die Sonne zurück. Es ist ein Platz der kleinen Gemeinde Utanmyra, der gerade mal für zwei

Camper ausreicht. Wir sind die einzigen und nehmen für die tolle Aussicht auch den starken Wind in Kauf.

Wir unternehmen noch einen kleinen Spaziergang zu einem Vogelbeobachtungsturm, der mit den Wegweisern zum Fogeltorn und einer Markierung bis zum Utan Myr, dem unteren Moor, gut

zu finden ist. Wir unterschätzen aber das Moor, die Holzstege sind nur zum Teil vorhanden und kurz vor dem Turm wird es richtig feucht. Trotz aller Bemühungen gelingt es uns nicht, trockenen Fußes hin und zurück zu kommen. Die kurze Wanderung war trotzdem schön, auch wenn wir nicht einen Vogel oder ein anderes Tier gesehen haben. Nun werden die Wanderstiefel mit einer 

alten Zeitung ausgestopft und zum Trocknen vor den Hobel gelegt. 

Donnerstag 18.05.2023

In der Nacht hat der böige Wind anscheinend die Wolken vertrieben, auf alle Fälle ist der morgendliche Blick aus dem Fenster sehr erfreulich. Es ist zwar wieder relativ kühl, aber dafür wolkenlos. Kurz zurück nach Mora und dann parallel der Straße 70 in leichtem Auf und Ab fahren wir eine herrlichen Nebenstrecke durch Wälder, vorbei an Seen bis Rot. Das Museum, ein ehemaliges Fort hat leider geschlossen. Die Landschaft erinnert uns zeitweise an Kanada.

Unser nächstes Ziel, einen Wanderparkplatz im Naturschutzgebiet Gryvelan können wir leider nicht erreichen. Die letzten 5 km, von denen man angeblich eine Wanderung in schöner Landschaft und die Besichtigung alter Köhlereien unternehmen kann, sind noch gesperrt.

Also fahren wir weiter über Särna in den Nationalpark Fulufjälle. Dort gibt es einen Wanderweg zu 

Schwedens höchstem Wasserfall, der zum Fluss Njupan 95 m hinabstürzt. Bei der Zufahrt haben wir Bedenken, ob es bei dem vielen Schnee, der ab 600 m liegt, überhaupt möglich ist hin zu wandern..

Es ist möglich, auch wenn der Weg teilweise nur über Schnee führt. Wunderbar ist die Natur hier,

auf den vielen kleinen Seen ist teilweise noch eine Eisschicht. Der Wasserfall selbst ist im oberen Teil noch komplett gefroren. Insgesamt eine wunderschöne Wanderung von knapp 2 Stunden.

Die heutige Route führt nun bis nach Idre. Vor diesem Ort gibt es die nachmittägliche

Kaffeepause an einem See, ab hier ist wegen der Schneeschmelze auf der restlichen Strecke 

ziemlich viel Wasser. Die Bäume stehen überall unter Wasser und das Flussbett des Fulan ist nicht auszumachen. Die sonst kleinen Stromschnellen sind sehr eindrucksvoll. In Idre zweigen wir dann ab, bis zum Ende der höchsten Bergstraße in Schweden am Nipfjället. Auch hier ist 150 m vor dem 

Parkplatz Ende- zu viel Schnee. Trotzdem eine herrliche Aussicht auf den markanten Gipfel und 

das umliegende Skigebiet.

Nun sind es noch einige Kilometer bis Grövelsjon. Auch hier sind die im Führer vorgeschlagenen 

Übernachtungs-oder Parkplätze wegen Schnee nicht anfahrbar.

Wir finden dann doch noch was Brauchbares für diese Nacht.. Dabei läuft uns noch eine Elchkuh über den Weg und am Platz sehen wir einige Rentiere. 

Ein sehr abwechslungsreicher Tag  der einige Kilometer neben der norwegischen Grenze endet.

Wir werden aber noch nicht nach Norwegen einreisen,  sondern erstmal wieder bis Särna zurückfahren und dann noch in Nordschweden verschiedene Plätze Richtung Osten anfahren.