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Donnerstag 01.06.2023

Es ist erneut eine kalte Nacht, morgens 3,5°C, gut dass wir eine Heizung haben. Aber es scheint überwiegend die Sonne und nun geht der Vildmarkvägen so richtig los.

 

Einige Kilometer nach Gubbhögen schon der erste Halt. Wunderschöne Stromschnellen, die wir

natürlich anschauen müssen. Überhaupt wird die Landschaft etwas wilder, meist links oder rechts, oftmals auf beiden Seiten Seen oder Flüsse.

7 km nach Torsfjärden verlassen wir die Hauptstrecke 34 und fahren auf der linken Seite des Fägelsjön Sees auf einer Gravelroad in Richtung dem Wasserfall Hällingsafallet.

Eine wunderschöne Strecke, wir sind ziemlich alleine unterwegs, auf 30 km kommen uns gerade mal 2 schwedische PKW entgegen.

Wir halten kurz am unteren Parkplatz für ein Foto.

Beim Wasserfall steht ein anderes Campingfahrzeug aus Deutschland und kurz nach uns kommt noch ein Holländer. Beide fahren aber nach der Besichtigung wieder. Wir bleiben hier über Nacht und sind wieder alleine. Bei unserer Besichtigung haben wir wieder mal unverschämtes Glück. Es hat nämlich wieder zu gezogen, aber genau am Wasserfall kommt kurz die Sonne und der Regenbogen ist da. Der Hällingsafallet ergießt sich mit großem Getöse 45 m hinab in den Canyon, der der längste wasserführende Canyon Nordeuropas ist.

10 Minuten später als wir noch etwas wandern wollen beginnt es zu schneien!!

Der Hobel hat heute nach 76 km frei.

Freitag 02.06.2023

Gestern kamen dann doch noch 3 weitere Campingfahrzeuge ( 2 Deutsche, 1 Tscheche), aber

Platz ist genug und deshalb auch kein Problem.

Morgens wie gehabt, leichtes Nieseln und ziemlich bewölkt. Allerdings hat der Wind etwas nachgelassen. Das Nieseln hört auf und wir marschieren nochmals zum Wasserfall und nehmen

den Wanderweg entlang des Canyons. Durch die ständigen, von der Gischt verursachten Wasserschleier, hat sich im Wald eine ganz spezielle Flora gebildet. Üppiges Grün mit Moosen und

Flechten, wie ein Märchenwald. Wunderbar auch der Blick in den Canyon zurück bis zum

Hällingsafallet.

 

Nun rollt der Hobel die Lehm/Schotterpiste zurück bis zum Fagelsjön See, dann links den Hetögeln

See entlang. Ebenfalls Gravelroad bis kurz vor Gäddede, wo wir nochmals Wasserflaschen und Brot einkaufen. Hier gibt es einen ICA Supermarkt, eine Tankstelle, eine Werkstatt ,ein Cafe und einige Wohnhäuser und das ist das Zentrum auf dem Vildmarkenvägen. 7 km danach verlassen wir wieder die asphaltierte Straße und auf einer Erd Piste geht es 25 km über Lermon ( 5 Häuser) und 

Sandnäset ( 4 Häuser) nach Viken ( 8 Häuser) Unterwegs sehen wir einen Schneehasen, der sein

Fell schon fast ganz gewechselt hat und unsere Elche 10 und 11  ( seit wir in Schweden sind)

Zudem haben wir einen schönen Blick über den Kvarnbergsvattnet See und auf den 1256 m hohen Merrafjellet.

Unser Ziel in Viken ist die Vikens Kapelle, das erste Kirchengebäude in Frostviken.14 Einwohner haben 1793 mit dem Bau begonnen, der 1799 fertig war. Aus Holz, mit Brettern verschalt und mit Schindeln am Dach. Heute wird die Kapelle im Sommer benutzt, wenn die traditionelle Vikenmesse

abgehalten wird.

Es geht dann zurück und da es regnet schaut der Hobel beim Erreichen der Asphaltstraße aus, wie einmal durch den Dreck gezogen. Weiter auf dem Vildmarkvägen über Blasjöfallet. Einige Kilometer nach dem kleinen Ort erreichen wir den Naturrastplatz Blasjöfjäll, von dort haben wir einen fantastischen Ausblick auf den Stor-Blasjön und die dahinterliegenden Berge. 

Das Wetter wechselt alle paar Minuten, Nieseln, Regen, Sonnenschein, von allem etwas.

Der Platz ist teilweise noch schneebedeckt und wir sind derzeit noch ganz alleine. Sollte das Wetter morgen so schlecht sein wie vorhergesagt, werden wir hier einen Tag verbringen, denn wie schon gesagt, vor dem, 06.06. können wir den Vildmarkvägen nicht über das Stekenjokk weiter fahren.

Samstag 03.06.2023

Der Wetterbericht hat recht behalten. In der Nacht regnet es immer wieder heftig und morgens ist 

keine Landschaft zu erkennen. Trübe, nieseln und 4,5°C und wir bleiben natürlich hier.

 

Lesen, kniffeln, in Reiseführer und Straßenkarte schmökern, mehr können wir bis Mittag nicht 

tun. Am Nachmittag kommt ein wenig Wind auf, so dass wenigstens für einige Minuten die

Wolken auseinandergetrieben werden. Ein kurzer Sonnenschein und schon ist ein wunderbarer Regenbogen am See unter uns. Leider nur ganz kurze Zeit, es regnet am restlichen Tag immer wieder, um 19:00 hat es 4,5°C!

Eigentlich wäre heute der Sonnenuntergang um 23:25 und der Sonnenaufgang wäre um 02:37!!!!

Sonntag 04.06.2023

Unser erster Halt heute ist nach 3 km am Parkplatz zum Brakkafallet. Der Weg zum Wasserfall ist normalerweise kein Problem. Derzeit liegt aber teilweise noch Schnee und auf dem Wurzelweg ist 

ist alles nass. Also heißt es aufpassen, denn hier sollte man besser nicht ausrutschen. Die Schlucht besteht überwiegend aus silbrigem Schiefer. Ein kleiner romantischer Wasserfall. Von oben haben wir einen schönen Blick auf den Stor-Blasjön, der bei Sonnenschein natürlich noch um einiges schöner wäre.

Nun geht es ein paar Kilometer weiter bis zum Ort Stora Blasjön, wo wir

am Womo Stellplatz den Wassertank füllen. Gleich nach dem Ort biegen wir rechts ab nach Ankarede. Nach nur 20 km sind wir heute schon am Ziel, einem Parkplatz vor dem alten Kirch-und Versammlungsplatz der Frostviken-Sami. Wir sind sehr angetan vom Flair dieses samischen

Kultortes. Am Weg zum Fluss kommen wir an einigen Samenhütten, den traditionellen Koten vorbei. 

Hier werden wir den restlichen Tag verbringen, es gibt gut Möglichkeiten, die herrliche Gegend zu erkunden. Nach dem 4 Fischer wieder gefahren sind stehen wir nun alleine am Übernachtungsplatz.

Im Reiseführer ist zwar der Parkplatz angegeben, er enthält aber keine Wandervorschläge für Ankarede. Wir wollen nicht nur im Hobel sitzen und lesen. Weil es zwar bedeckt ist, aber nicht nach richtigem Regen aussieht,

ziehen wir die Bergstiefel an und erkunden etwas die Umgebung.

Ein Wegweiser zeigt Lejarfallet 4 km . Es muss sich um einen Wasserfall handeln und so folgen wir dem sehr schönen, abwechslungsreichen

Wanderweg. Über Wurzeln, Steine, Moore mit Holzstegen und meist entlang des Wildbaches. Nach genau einer Stunde sind wir am 

Lejarfallet. Wunderschön und wieder ganz anders wie der Wasserfall von heute morgen. Wir begegnen keinem Menschen und als wir nach insgesamt 2 Stunden Wanderung am Parkplatz in Ankarede zurück sind, ist auch kein weiteres Fahrzeug hier.

Montag 05.06.2023

 

In der Nacht muss es tüchtig geregnet haben, denn morgens ist der

Parkplatz voller Pfützen. Wir merken nichts davon, denn wir schlafen

anscheinend wie die Murmeltiere.

Erstaunlich gutes Wetter, also Foto raus und die Gunst der Stunde genutzt, die Morgenstimmung und etwas Sonnenschein einzufangen. 

 

Zunächst fahren wir einige Kilometer zurück, am Blasjön entlang und auch hier sieht es gleich viel freundlicher aus wie gestern, einfach eine bezaubernde See-und Waldlandschaft.

Nach insgesamt 32 km stellen wir den Hobel am Wanderparkplatz

Bjurälven ab. Nun heißt es das gute Wetter zu nutzen, also Wanderstiefel an und ab geht es 3 km zum Lilälven. Aber 300 m bevor wir unser Ziel, die

Dolinen im Flussbett erreichen müssen wir wegen zuviel Schnee

sicherheitshalber wieder umkehren. Schade, aber dennoch eine richtig

schöne Wanderung. 

 

Sind wir bisher gewohnt meist alleine zu stehen, so ist es heute anders. Der Grund ist, dass morgen um 12 Uhr Mittag das Stekenjokk

freigegeben wir. Es sammeln sich anscheinend in der Umgebung viele

Campingfahrzeuge, die auf diesen Termin gewartet haben. Wir stehen heute zu sechst. Wir beschließen morgen erst nach dem Nachmittagskaffee

los zu fahren, wenn die „Meute“ dann weg ist.

Nachmittags nochmals ein kurzer Rundgang auf die linke Seite unseres 

Stellplatzes. Die Hoffnung auf ein einigermaßen gutes Wetter, ähnlich wie heute, für den Passübergang lebt.

Oje Oje, es regnet, die Wolken verhängen die umliegenden Berge, es schaut einfach nur trostlos aus. Ausgerechnet heute, an dem einer der

landschaftlichen Höhepunkte in Schweden sein soll, wir sind etwas gefrustet! Zwischen 11:00 und 13;00 starten die anderen 5 Fahrzeuge so

nach und nach, wir sind allein und warten ab. Uschi schaut nochmals in die Wetter App, es soll ab 18:00 besser werden. Es wurde besser und zar schon um 15:30. Wir entschließen uns dazu zu fahren und werden für die Warterei belohnt.

Es geht hinauf bis auf knapp 900 m und wir durchfahren eine unbeschreiblich schöne Landschaft. Sogar ein Schneehuhn lässt sich blicken. Wir wechseln von Jämtland nun nach Lappland und an der Passhöhe des Stekkenjokk sind wir auf 876 m.

Das klingt für unsere Verhältnisse nicht hoch, ist hier aber eine richtige

Hochgebirgslandschaft. Kaum zu beschreiben-einfach nur schön.

 

                     Hier einige Impressionen dieser Überquerung

Gegen Abend besichtigen wir das in idyllischer Landschaft gelegene

Sami Dorf Fatmomakke. Direkt am See und eine schlichte, schöne Kirche. 

Säxnäs ist nun nicht mehr weit und hier übernachten wir am Campingplatz.

Das Wetter hat mit gespielt und das Stekenjokk wird seinem guten Ruf gerecht. 

Wir sind total happy und unser Abwarten hat Erfolg. 

 

Mittwoch 07.06.2023

Schon lange nicht gehabt, die Sonne scheint schon morgens. Unseren ersten Halt legen wir heute nach wenigen Kilometern bei den Trappstegforsen ein, Hier rauscht das Wasser des Kultsjöan in breiten Stufen den Berg hinunter. 

In Vilhelmina wird getankt und beim gut sortierten ICA Markt werden die Vorräte aufgefüllt.

Weiter auf der E45 bis Storuman, wo wir einen Aussichtsturm besteigen und eine herrliche Sicht auf die Seenlandschaft haben. Vorher ist aber noch ein kleiner Abstecher nach Stensele. Dort befindet sich die größte Holzkirche Schwedens und die kleinste Bibel der Welt. 

In Storuman selbst ist der "Wildling" zu sehen. Vildmannen ist eine heidnische Tradition und hat einen Bezug zu Lappland, was wohl auf das Mittelalter zurück geht.

Wir biegen nun auf die E 12 ab, so gut wie kein Verkehr in Richtung Mo I Rana. Leider regnet es schon bald wieder, so dass wir die schöne Seenlandschaft entlang der Straße nicht fotogen erleben. Hinter Slussfors finden wir einen geeigneten Platz zum Übernachten. 

Donnerstag 08.06.2023

Wir fahren auf dem sogenannten Blä Vägen bei ganz ordentlichem Wetter weiter. 

Nach einigen Minuten der erste Halt am Abzweig zu Gamla Kyrknäset. Es handelt sich um

eine grasbedachte Holzkapelle mit extra Glockengestell aus dem Jahr 1762. Die damals erste Kirche für eine Sami Siedlung.

15 km danach steuern wir vor Tärnaby einen Wanderparkplatz an, der 3 km abseits der E12 in

ein Skigebiet führt. Vom Parkplatz geht es in Bergschuhen teilweise sehr steil hinauf bis zum

Ende eines Skiliftes. Von hier haben wir einen herrlichen Blick auf die von Bergen umringte Seenkette. Hier beginnen die ersten Sträucher auszutreiben, nur die Flechten sind wohl immer hier. Tärneby ist eine Wintersportort, an dem schon Ingemar Stenmark und Anja Pärson 

ihre ersten Schwünge probiert haben.

Die Strecke von Tärneby über Klippen bis Umbukta ist einfach umwerfend schön. Alle paar Kilometer halten wir an, um diese Landschaft zu genießen.

In Umbukta passieren wir die Grenze nach Norwegen, die E 12 führ uns bis Mo I Rana.  Von hier 

nehmen wir die E6 zunächst bis zum Polarkreis Zentrum in Saltfjellet. Hier ist das erste Mal so richtig was los, ungefähr 50 Campingfahrzeuge, überwiegend Holländer, und zwei Reisebusse stehen auf dem riesigen Parkplatz.

35 km südwärts des Polarkreises geht es nun wieder Richtung Schweden auf der Straße 95 in Richtung Arvidsjaur. Einige Kilometer vor Jäkkvik entscheiden wir uns für einen guten Übernachtungsplatz oberhalb des Sees Hornavan. Ein etwas anstrengender, aber herrlicher Tag mit sehr zufriedenstellendem Wetter.

Freitag 09.06.2023

Bilderbuchwetter, deshalb fahren wir wieder ganz früh los. Der Blick von unserem Übernachtungsplatz und die Weiterfahrt über Jäkkvik bieten landschaftlich unendlich viele Motive.

Berge, Seen und idyllische Hochmoore.

Übrigens, wir sind noch keine 10 Minuten unterwegs, da steht am Waldrand eine Elchkuh mit 

ihrem Jungen. Herrlich anzusehen in der Morgensonne. Wir verweilen einige Zeit, die beiden lassen sich nicht stören.

In Arjeplog belassen wir es bei der Besichtigung der Kirche, im Ort gäbe es noch ein Silbermuseum, aber das ist noch geschlossen. Etwas eintönig ist die Strecke bis kurz vor Arvidsjaur. Kurz vor der Stadt biegen wir auf die E 45 ,um nach 10 km nochmals abzubiegen,. Eine Schotterpiste führt steil hinauf auf einen Berg, der neben einem Sendemasten eine herrliche Aussicht bietet.

Wieder zurück auf der E45 blicken wir in Arvidsjaur auf das interessante Kirchengebäude.

Danach steuern  wir unser nächstes Ziel an, die größten Stromschnellen Schwedens. Dafür nehmen wir einen relativ großen Umweg in Kauf. Erst die E 94, dann Straße 374 bis kurz nach Vidsel. Aber es lohn sich, und wie!!! Zunächst der kurze Fußweg bis zu den Stromschnellen Storforsen.

Ein herrlich angelegter Weg führt unmittelbar an die spektakulären Wassermassen, die zu Tal

 in den Fluss Piteälv schießen. Ein tolles Erlebnis. Danach rollt der Hobel über Vidsel bis Käbdalis, wo wir wieder auf der E 45 unsere Tour fortsetzen. 20 km vor Jokkmokk finden wir zwischen zwei Seen einen Übernachtungsplatz, das ist heute etwas schwierig gewesen.

Samstag 10.06.2023

Obwohl wir nur einige Meter von der E 45 am See übernachten ist es sehr ruhig. Es ist ohnehin

erstaunlich wenig Verkehr und nachts obwohl es ja nicht mehr dunkel wird, schon garnicht.

Zum Polarkreiszentrum auf schwedischer Seite sind es nur ein paar Kilometer. Gegenüber dem

norwegischen ist es aber sehr enttäuschend. Öffnung wäre sowieso erst am 15.06.

Nicht schön finden wir die Verunstaltung der offiziellen Infotafel. Übrigens hat es morgens schon 13°C.

Von hier sind es noch 15 km bis Jokkmokk, wo wir uns natürlich die Gamla Kyrka ( nur von außen) ansehen. Sie ist 1972 abgebrannt und wurde dem Original entsprechen wieder aufgebaut. Nett anzusehen ist die künstlerische Gestaltung des Kraftwerks Akkat.

30 km nach Jokkmukk biegen wir von der E 45 auf eine 12 km lange Schotterpiste ab. Es ist die Zufahrt zum Nationalpark Muddus. Wir sind der Meinung alleine zu sein, da wir keinem Fahrzeug begegnen aber es stehen 3 Wohnmobile und 2 PKW. Bergstiefel an, Rucksack mit Trinkflasche und Müsliriegel gepackt, so starten wir nach Ansicht der Infotafel zu einer 3 1/2 stündigen herrlichen Wanderung. Im Hochwald geht es bergauf, bergab mit Tiefblick auf See und Fluss einen 

Stein-und Wurzelpfad. Teilweise sind die feuchten Stellen mit Brettern ausgestattet. Als wir zurückkommen stehen tatsächlich 12 Campingfahrzeuge am Parkplatz, davon kein einziger Schwede. 

Nun geht es die gut zu befahrende Schotterpiste zurück auf die E 45. Nach einigen Kilometern dann ein Stopp, um das zerklüftete Tal des Stora Luleäv anzusehen. Die Firma Vattenfall hat hier einen aufwändigen Zugang angelegt. 

Kurz vor Parjus verlassen wir erneut die E 45 um zum Nationalpark Stora Sjöfället zu gelangen.

Das sind fast 100 km, wobei die ersten 85 km einfach nur langweilig sind. Wir fragen uns einige Male, ob es sich wirklich lohnt. Na ja, die Landschaft beginnt dann wirklich schön zu werden und an einem wunderbaren Stellplatz bei Paradewetter ( heute hat Mittags 24°C) stellt sich diese Frage nicht mehr.

Sonntag 11.06.2023

Gut, dass wir gestern noch bis hier gefahren sind und schade, dass wir nicht doch noch bis zum Talschluss gefahren sind. Unsere Hoffnung auf einen weiteren sonnigen Tag erfüllt sich leider nicht. Aber wir wollen nicht jammern, es ist zwar hohe Bewölkung, aber die Berge sind frei.

Einige Schwäne starten kurz bevor wir die 51 km auf unterschiedlich guter/schlechter Straße bis nach Ritsem fahren.

Nicht zu glauben, aber die ganze Strecke, für die wir uns fast zwei Stunden Zeit nehmen, überholt uns kein Auto und es kommt uns auch keines entgegen. So können wir Fotostopps einlegen, ohne jemanden zu behindern, denn Ausweichmöglichkeiten sind sehr rar. Motive ohne Ende, es ist schwierig eine Auswahl zu treffen. Im Mittelpunkt steht aber meist das 2016 m hohe Akka Massiv.

Besonders freut uns, dass wir doch einige Tiere sehen. Mit dem Elch, der plötzlich vor uns am 

Straßenrand steht und diese dann ganz entspannt überquert haben wir gar nicht gerechnet. Die Schneehühner und das Birkhuhn sehen wir nur, weil wir wirklich sehr langsam fahren. Glück gehört außerdem dazu.

Von einem kleinen Plateau am Ende der Straße genießen wir eine ganze Weile die grandiose

Umgebung dann geht es zurück . Insgesamt sind es 130 km bis zur E 45. Wir fahren aber heute nicht die gesamte Strecke, sondern suchen uns 35 km vor dem Abzweig auf die Hauptverbindung

einen schönen Übernachtungsplatz, natürlich an einem See.

Montag 12.06.2023

Nun rollt der Hobel bei weitgehend wolkigem Himmel und 12°C in der Früh zurück auf die E 45.

Von dort sind es dann 40 km bis zum ersten Halt, der Gamla Kyrka in Gällivare, wie Kiruna eine

Minenstadt. Die ebenfalls in diesem Ort befindliche Allerheiligen Kirche können wir leider nur von außen betrachten dabei soll vor allem das Kircheninnere besonders schön sein. Ja, es ist geschlossen und da kann man nichts machen, ist halt so.

Die Strecke bis Kiruna ist ohne Höhepunkte, aber schon landschaftlich ansprechend mit den

üblichen Seen und Wäldern. Kurz vor der Minenstadt biegen wir auf die E 10 ab und sind nach wenigen Kilometern in Jukkasjärvi. Hier gibt es mit dem ICEHOTEL eine ganz besondere Attraktion. 

Früher konnte es nur im Winter besichtigt werden, aber seit es nicht nur in Schweden viele Nachahmer gibt, wurde das Projekt ICEHOTEL 365 geschaffen. Das bedeutet, es ist das ganze Jahr über präsent und wird nicht wie ursprünglich im Frühjahr in den Fluss geschoben.

Wir wollen die Energiekosten dafür lieber nicht wissen!

Dass das ICEHOTEL etwas ganz Besonderes und Sehenswertes ist bleibt unbestritten. 

Den Sekt haben wir uns verkniffen, den ein 0,2l Glas kostet stolze 20.-€.

Für eine Übernachtung in einem der vielen Zimmer erhält man Rentierfelle und einen Thermoschlafsack.

                                          Besichtigung des ICEHOTEL

 

Im selben Ort steht die kleine rote Holzkirche von Jukkasjärvi, sie ist von 1608 und somit die

älteste Kirche Lapplands. Das Kircheninnere besticht durch die farbenfrohe wunderschöne 

Ausstattung.

Gegenüber befindet sich ein samisches Freiluftmuseum. Nach dessen Besichtigung geht es nun die E 10 zurück und nach Kiruna. Diese Stadt hat ihre Existenz nur dem Eisenerz zu verdanken. Entsprechend ist die Umgebung, wie einmal umgegraben. Es gibt einen großen Campingplatz, den wir heute anlaufen. Nach 6 Tagen Wildnis ist bei uns und dem Hobel eine Reinigung nötig.

Dienstag 13.03.2023

Sind wir froh, dass wir diesen hässlichen Campingplatz in Kiruna verlassen. Wenn die Möglichkeiten zum Wäschewaschen nicht so rar wären, käme dieser Platz nie für uns in Frage.

Zunächst steht ein Abstecher nach Nikkaluokta an, das sind 64 km in ein wunderschönes Tal.

Von der Kapelle am Ende der Straße gehen zahlreiche Wanderwege in die Gletscherregion des

Kebnekaise, mit 2111m der höchste Berg Schwedens. Leider zeigt sich der Gipfel nicht vollständig.

Herrlich sind auch die Wiesen mit den vielen Sumpfdotterblumen.

 

Nun erstmal zurück nach Kiruna und auf die E45 in Richtung Nrvik. Aber wir wollen noch nicht nach Norwegen, sondern fahren knapp 9o km bis Abisko. Eine gigantisch schöne Route, meist entlang des Torneträsk Sees. 

Vom Wanderparkplatz gegenüber der Bahnstation führt ein herrlicher Wanderweg entlang eines 

Wildwassers, das von den Bergen kurz vor dem See in einem kleinen Canyon nach unten schießt.

Nach genau einer Stunde erreichen wir einen Meditationsplatz der Samen, bevor wir über das

Hochmoor unterhalb eines herrlichen Bergpanoramas zurück gehen. Die kleinen Berg Rhododendren fangen nun an zu blühen, auch andere schön anzusehende Blümchen wagen sich nun aus der Erde. Eine nur 2 stündige, aber herrliche Rundwanderung.

Der Hobel rollt nochmals 20 km zurück auf einen Parkplatz, als wir um 17:30 dort ankommen merken wir dass die Saison beginnt. Uns ist klar, dass wir wohl kaum noch Plätze finden, wo wir alleine sind.  Mit uns sind es 17 Campingfahrzeuge. Als wir mittags dort anhielten waren es gerade mal 3.

Mittwoch 14.06.2023

Wir verlassen als erste den "überfüllten" Übernachtungsplatz und nach einer Stunde sind wir in

Kiruna. Heute ist einiges zu erledigen. Zunächst kaufen wir im ICA Supermarkt ein, dann geht es 

im Industriegelände zu einer Firma, die Propangasflaschen befüllt. In zwei Monaten haben wir genau 4 kg verbraucht. Das geht bei denen ruck zuck, so dass wir einige Straßen weiter in ein

Einkaufszentrum fahren. Dort können wir die SIM Karte, die bis morgen gilt aufladen lassen.

Nachdem das alles erledigt ist stellen wir den Hobel an einem Parkplatz gegenüber der 

1912 gebauten falunroten Kyrka ab. Diese ist in Form einer Sami-Kata gebaut. Leider können wir nicht hinein, da gerade eine Beerdigung beginnt. Die meisten Trauergäste sind in samischer Tracht, aber es wäre natürlich respektlos, in dieser Situation die Menschen zu fotografieren. Also  begnügen wir uns mit der Ansicht des Gotteshauses. In der Ferne sehen wir die Gebirgskette, wo wir gestern waren, denn wir haben Kaiserwetter. Am Hügel gegenüber ist einer von vielen umgegrabenen Hügeln zu sehen. Und es sollen noch mehr werden. Das komplette Zentrum von Kiruna soll abgerissen und einige Kilometer weiter neu errichtet werden. Es wurde schon begonnen und auch die Kirche wird als Ganzes "umgebettet". Grund ist, dass riesige Erzvorkommen genau unter dem jetzigen Stadtzentrum liegen.

 

 Nach einem Mittagessen , heute in einem Restaurant, geht es nun zunächst auf der E 10bis Svappavara. Hier biegen wir auf die E 45 bis Vittani ab, um dann auf die Straße 395 Richtung Pajala zu wechseln. Die Strecke ist wunderschön, wäre aber ohne die fast 50 km lange Baustelle teilweise noch schöner. Wälder, Seen, ein kleiner Canyon, es ist sehr abwechslungsreich. 

Die Straßenränder sind teilweise voller Wollgras und bei den Stromschnellen des Torneälv gibt es herrliche Trollblumen. Gegenüber des Flusses ist heute unser Übernachtungsplatz neben einem

Bauernhof. Der Besitzer hat uns das Übernachten erlaubt.

Für's  Erste war es das in Schweden nach genau 2 Monaten. Morgen sind es noch 50 km bis zur finnischen Grenze bei Pello.