Der Hobel hat neuen TÜV, Gasprüfung ist erledigt und der Garten ist soweit möglich in Ordnung.

Für eine längere Abwesenheit ist das Nötige organisiert.  Aufgrund der ungünstigen Witterung und

Magen-Darm Problemen starten wir nun erst am Dienstag 11.04. , eigentlich war das eine 

Woche früher vorgesehen.  

 

11.04.- 13.04.2023

Von Anger fahren wir ohne Benutzung der Autobahn, übernachten bei Hammelburg und 

Scharnebeck. In Travemünde befindet sich ein Wohnmobilstellplatz 400m vom Stadtzentrum entfernt. Er ist gut belegt. 

Wir besichtigen diese sehenswerte Stadt und sind ganz überrascht, wie viele Touristen doch schon unterwegs sind.


Nachdem es entgegen dem Wetterbericht den ganzen Tag über nicht geregnet hat, kam 

gegen Abend ein  kräftiger 15 minütiger Regenguss und kurz darauf war die Sonne voll da.

Das Ergebnis ein wunderschöner Doppelregenbogen.

Freitag 14.04.2023

Ausgerechnet an ihrem Geburtstag muss Uschi schon um kurz nach 6 Uhr aufstehen. Da wir nicht abschätzen können, wie viele der Menschen, die schon auf Reisen sind, mit unserer Fähre mitfahren werden. In der Früh hat es 4°C, gestern waren es noch 6,5°.

Ab 07:30 ist das Einchecken möglich, wir sind um 7:20 am Hafen. Das geht ja 

ruck zuck und wir stehen als einziger Camper in der vorgegebenen Spur. Und zur unserer Überraschung bleiben wir auch die Einzigen. Viele LKW und einige wenige PKW, aber das Schiff ist bei weitem nicht voll belegt. Das ist dann sehr angenehm beim Aufenthalt an Bord. Da es Wifi gibt, können wir unseren Blog pflegen, wer weis wann es das nächste Mal geht. 

Mit 15 Minuten Verspätung legen wir ab und können Travemünde nochmals vom Schiff aus 

anschauen, genau wo wir gestern gegangen sind. 

Für uns überraschend fährt unsere Fähre nicht direkt wie bei der Buchung bestätigt nach Trelleborg , sondern legt in Rostock einen Zwischenstopp ein. Und aus dem vorgesehenen 30 minütigen

Aufenthalt werden, warum auch immer über eine Stunde. Alles zusammen ergibt dann eine Ankunftszeit in Trelleborg von 20:20 statt 18:30.

Es ist also schon finster, vom Schiff sind wir schnell herunter, aber die

 

Einreisekontrolle, die ziemlich genau ist, kostet auch nochmals 20 Minuten. Jedenfalls sind wir dann um 21:00 auf einem kleinen Parkplatz, Tipp aus Park 4 Night am Rand der Stadt. Außer uns noch ein Franzose mit seinem Campingbus. Es ist aber eine sehr ruhige Nacht. Übrigens regnet es von kurz nach Travemünde bis Trelleborg.

Schweden

Samstag 15.04.2023

 

Zunächst geht es ein paar Hundert Meter zurück zu einem sehr gut sortierten Supermarkt. Aber außer Brot und Wasserflaschen haben wir

noch keinen sonstigen Bedarf. Gleich daneben, quasi in Höhe unseres

Übernachtungsplatzes ist am Meer ein kleines Vogelschutzgebiet.

Wir nutzen die idyllische Landschaft zu einem Spaziergang, dabei wird das Wetter immer schöner, nur der Wind bläst kräftig.

 

 

Nach dem Vormittagskaffee nun 15 km in das Vikinger Museumsdorf, eigentlich die Attraktion der Umgebung. Pustekuchen-geschlossen und quasi eine Baustelle. Was soll‘s, haben wir doch in Neufundland vor einigen Jahren schon gesehen, wie Wikinger gelebt haben. Also ist es zu verschmerzen, zumal davon sicher auf der Reise noch öfter was zu sehen sein wird.

Nochmals 15 km auf eine Landzunge nach Skanör. Hier

beziehen wir einen wunderschönen Stellplatz mit Meerblick. Zu einem

sehr guten Fischrestaurant, in dem wir vorzüglich und recht günstig hervorragend essen sind es nur ein paar Meter. Der Platz ist für 10 Fahrzeuge ausgelegt, wir sind mittags gerade mal zu viert, sehr angenehm. 

Nach dem Essen unternehmen wir eine herrliche Strandwanderung, dabei werden wir ordentlich durch gepustet. Aber es scheint die Sonne und hat 14,5°C, davon kann man in Anger nur träumen!

Am Spätnachmittag geht Wolfgang dann allein nochmals auf die andere Seite des Naturschutzgebietes und beobachtet von einer kleinen Beobachtungsplattform noch sehr viele Wasservögel. Eine kleine Insel der Lagune ist voller brütender Vögel.

Sonntag 16.04.2023

 

Ein absolut ruhiges Plätzchen, wir schlafen wie die Murmeltiere.

Morgens haben wir außen 8°C und es ziemlich bewölkt, ab und zu kommt die Sonne durch und der Wind ist nicht mehr ganz so stark wie gestern.

Beim Frühstück sieht Uschi zufällig wie mehrere große Vogelschwärme,

wir tippen auf Gänse, in der Nähe auf den Wiesen landen. Also gleich los und tatsächlich haben sich Unmengen von Weisswangen Gänsen, die auch

Nonnengänse heißen, niedergelassen. Wir lesen nach, dass sich diese Tiere auf dem Weg vom Winterquartier in den Norden befinden und in dieser

Ecke gerne Zwischenstation machen. Auch viele Lerchen trällern und einige Säbelschnäbler schwimmen in den kleinen Verbindungskanälen. Mittags essen wir nochmals in dem guten Fischrestaurant. Übrigens die anderen Campingfahrzeuge sind weg, so dass wir ganz allein auf dem schönen Platz stehen.

Jetzt sehen wir auch in der Ferne die Öresundbrücke kurz vor Malmö. 

Wiederum ein gelungener Tag, so richtig entspannend. Der Wind hat fast nachgelassen und morgen soll es laut Wetterbericht richtig sonnig werden.

Abends klart es auf und der Tag endet stimmungsvoll.

Montag 17.04.2023

 

 

Auf der kurzen Fahrt nach Trelleborg halten wir kurz an, um uns die an der Küste immer wieder zu sehenden Bunkeranlagen näher zu betrachten. Ein Morgenspaziergang ist ein angenehmer Nebeneffekt

In Trelleborg selbst ist noch überhaupt nichts los, so dass wir den 58 m hohen Wasserturm mit der schönen Parkanlage praktisch alleine betrachten können. Sehenswert ist der Springbrunnen Sjöormen, was nicht anderes als 

Seeschlange heißt. 

Gleich nebenan ist ist der Nachbau einer Wikingerburg, die Originalreste wurden 1988 gefunden. 

Der Hobel rollt nun auf der Reichsstraße Nr. 9 in Richtung Ystad.

Ein Muss ist natürlich ein Stopp am südlichsten Punkt von Schweden in 

Smygehuk.

In Ystadt wollten wir eigentlich am Hafen übernachten, aber das ist erst am Anfang Juni möglich, der Wohnmobil Stellplatz ist noch von Segelbooten, die repariert werden belegt.

Also geht es einige Kilometer weiter nach Käseborga, wo wir zunächst am Hafen etwas zu Mittag essen. Von dort wandern wir zum Ales Stenar, einer Schiffssetzung, die den Wissenschaftlern noch heute Rätsel aufgibt.Die Landschaft ist reizvoll, da etwas hügelig. Die 67 m lange Schiffssetzung wird als Stonehenge von Schwede bezeichnet .Die Steine wurden vor rund 1400 Jahren in Form eines Schiffsrumpfes aufgestellt. 

Nun stehen wir nach 97 km auf dem sehr schönen gepflegten Stellplatz in Käseberga.

Dienstag 18.04.2023

 

Der Platz ist absolut ruhig und so schlafen wir sehr gut. Es ist wiederum recht frisch, gerade mal 6,5°. 

Heute geht es zunächst an kleinen Dörfern vorbei und in Hannas legen wir den ersten Halt ein. Die romanische Kirche hier ist besonders schön und der Friedhof hat eine völlig andere Gestaltung wie bei uns.

Zwischen relativ großen Gehöften führt die kleine Nebenstraße durch Hammenhög, danach über Vallbay zur Burg Glimmingehus. Es ist die am besten erhaltene mittelalterliche Burg in Skandinavien, erbaut 1499 bis 1505.

Der Innenhof und die Außenfassade der Burg sind wirklich sehenswert

Von hier sind es gerade mal 20 km zur kleinen Hafenstadt Simrishamn,

sie hat um die 20.000 Einwohner und eine sehenswerte Altstadt.

Ein Blickfang ist die St. Nikolai Kirche.

 

                                     Hier der kleine Stadtrundgang in Bildern.

Das Highlight des Tages ist aber zweifellos der Stenshuvud Nationalpark, der nur 15 km von Simrishamn entfernt ist.

Wir sind fast alleine und können es kaum glauben, dass in den Sommermonaten 500 000 Besucher durch den 380 Hektar großen Park strömen. 

Zunächst "besteigen" wir den 97 m über dem Meer liegenden Stenshuvud. Eine wunderbare Aussicht auf die Ostsee, deshalb verweilen wir eine ganze Weile oben und genießen die Sonne, es geht auch fast kein Wind-herrlich.

Der weitere Wanderweg führt nun über einige Holztreppen hinunter, bevor der zweite „Gipfel“ erklommen wird. Hier läuft uns eine kleine Schlange vor die Beine. Die Landschaft wechselt auf kleinem Raum, deshalb führt der Weg auf der Seeseite über große Steine und kurz darauf feinster Sandstrand.

Bald darauf kommen wir am Leuchtturm vorbei und dann bestaunen wir ganze Büschel von Küchenschellen. 

Nach dieser wundervollen Wanderung fahren wir nur noch 5km aus dem Nationalpark heraus und übernachten nach einer Tagesetappe von 86 km auf einem kleinen Wanderparkplatz vor einem kleinen Dorf, eben dort wo sich Fuchs (nicht da) und Hase (mehrere) Gute Nacht sagen. 

Nun ist es 20:10 und wir haben immer noch Sonne pur!!!!

Mittwoch 19.04.2023

 

Um 06:30 scheint die Sonne schon wieder in unsere Fenster, keine Wolke am Himmel, es ist unglaublich. Da stören auch die 5°C nicht, der Wind hat auch etwas nachgelassen. Spontan beschließen wir die paar Kilometer zum 

Nationalpark zurück zu fahren und eine kleine Wanderung auf die andere Seite zum Kortelshuvud zu unternehmen.

 

Nach guten 1 ½ Stunden rollt der Hobel bei wenig Verkehr über Kivik nach Brösarp. Ein Stopp bei einer kleinen Kirche aus dem Jahr 1906, gegenüber eines der sehr schönen Anwesen in dieser Gegend.

Ein kleiner Ort hat sogar die Milane als Wappen, ja wir sehen viele dieser schönen Raubvögel über die großen Felder kreisen.

Kurz vor Ahus bleiben wir stehen, denn ein prächtiges Anwesen zieht unsere Blicke auf sich. Es stellt sich als Schloß Trolle Ljungby heraus, ein

 

Renaissancebauwerk, das Anfang des 17.Jahrhunderts entstand.

Wir erreichen Arhus, ein beschauliches Städtchen. Wir können sogar in Marienkirche hinein. Dort hängt ein Votivschiff von der Decke und alte Fresken sind auch zu sehen.

Weil das Wetter so gigantisch schön ist, ändern wir unseren Plan über Bromölla in Richtung Olofström zu fahren. Nein, wir fahren an das Ende der Pudavikbucht nach Törso. Nur einige Ferienhäuser, ein kleiner Hafen und ein Stellplatz für sieben Fahrzeuge. Wir stehen ganz alleine, schöner wie derzeit geht es kaum. Nachdem wir den Hobel nach 92 km für heute abstellen, erkunden wir die herrliche Umgebung.

Wir sitzen lange auf einer windgeschützten Stelle und lassen uns von der Sonne verwöhnen, fast wir im Süden!  

Donnerstag 20.04.2023

 

Am Dienstag kauften wir in Sinrishamn in einem Telia Shop ein

Prepaid Simkarte, um mit unserem mobilen Router jederzeit Internet

zu haben. Aber gestern stellte sich heraus, es funktioniert nicht, warum auch immer. Nach kurzer Diskussion entschließen wir uns nach Sinrishamn zurück zu fahren. Wir vermuten die Karte wurde nicht richtig freigeschaltet. Aber, es liegt an unserem veralteten Gerät ( von 2015).

Also ein neues erstanden, nun funktioniert alles. Die Fahrt über insgesamt 204 km ist ja kurzweilig, weil wenig Verkehr und landschaftlich ansprechend. Wir sind um 7:10 weg, um 10:00 in den Shop, haben um 11:30 in Ahus Mittag gegessen und sind um 14:00 wieder auf unserem Platz in Torsö. Unterwegs außer einem prachtvollen Fasanenpärchen nichts Neues gesehen. Nachmittags gesonnt, das Wetter ist einfach unglaublich.

Deshalb auch die Entscheidung morgen noch hier zu verweilen. 

Abends ein wunderschöner Sonnenuntergang.

Freitag 21.04.2023

 

Das gigantische Wetter hat Bestand, heute ist auch kaum Wind.

Also vormittags eine herrliche Küstenwanderung von guten

2 Stunden. Danach haben wir das erste Mal selbst gekocht, da keine

Restaurants in der Nähe sind.

Den ganzen Nachmittag in der Sonne gesessen und die Natur genossen. 

Wir sind übrigens wieder allein an diesem schönen Fleck.

Nur die Nebelkrähe ist ständig in unserer Nähe und hofft, dass etwas für sie abfällt. Es gibt dann Karotten- und Gurkenschalen für den schönen Vogel. Eine Brandgans schwimmt ebenfalls häufig in dem kleinen Tümpel vor uns.

Samstag 22.03.2023

 

In der Nacht nochmals richtg kühl, um 06:00 hat es gerade mal 4°C, aber 10 Miunten später geht die Sonne auf, auch dieser Tag wie seit genau einer Woche wolkenlos.

Wir verlassen den Stellplatz bei Torsö und die von uns ausgesuchte Route führt über Bromölla, Olafström und Ryd. Landschaftlich einfach wunderschön. Leicht hügelig, wechselnde Wälder, mal Birke, mal Buche, mal Eiche. Wir sind beinahe allein auf der Straße, hier macht das Fahren noch richtig Spaß. 

Auf einer Lichtung entdecken wir einen Kranich. Er ist wohl übrig geblieben, denn nicht weit entfernt ist ein Landeplatz von Kranichen, die jedes Jahr dort einen Halt einlegen Aber die Masse der Tiere zieht um den 10. April weiter Richtung Norden. 

Ab und zu ein malerischer See neben der Straße.

Bei Urshalt beginnt die sämisch ländische Seenplatte, an deren unteren Rand wir bis kurz hinter Tinsryd entlang fahren. Eigentlich wollen wir nur mal einen Stopp einlegen, aber es gefällt uns bei Drakamala so gut, dass wir es kurz entschlossen

zu unserem heutigen Stell – und Übernachtungsplatz erklären.

Der Rest des Tages wird zum Sonnenbaden genutzt. Es hat um 13:00 unglaubliche 

21°C, so dass zumindest Wolfgang in kurzer Hose und T-Shirt erscheint.

Sonntag 23.04.2023

 

 

Was für ein Beginn des neuen Tages.

Langsam wird es uns unheimlich, den 

9. Tag in Folge ein Traumwetter

Von unserem Übernachtungsplatz geht es nun auf der Straße 128 weiter über Emmaboda, Nybro nach Kalmar. Es ist kurz vor 8 Uhr und einige Kraniche sind noch auf Futtersuche.

In Kalmar kaufen wir in einem Supermarkt noch ein wenig ein, denn auf Öland sind keine großen

Ortschaften. Die Märkte haben auch am Sonntag geöffnet.

Nun rollt der Hobel über die 6070 m lange Ölandbrücke, sie hat 153 Pfeiler, wurde 1972 eröffnet und ist ein der längsten Straßenbrücken Europas. Unweit der größten Ortschaft Färjestaden 

besichtigen wir erstmal den Karlevistenen, der gut 1000 Jahre alt ist und auf dem ein Ruhmesgedicht für einen gefallenen Wikinger eingeritzt ist.

 

Parallel zur Straße 136 nehmen wir eine schmale Alternative Strecke durch die netten kleinen Orte, über 400 Windmühlen sind auf Öland noch zu bestaunen. 

Wir steuern den Picknickplatz Eckelsudde hinter dem Ort Kastlösa an. Es ist ein Vogelschutzgbiet am Meer und hat einen Beobachtungsturm. Leider ist kaum was zu sehen, außerdem ist der Wanderweg wegen aktueller Brutzeit gesperrt. Also zurück und oberhalb des Ortes Mörbylanga unternehmen wir einen kleinen Spaziergang und wählen den Parkplatz neben einer Windmühle als Endstation für heute. Insgesamt sind es heute 160 km Fahrstrecke.

Seit 14:00 sind Wolken aufgezogen und derzeit (16:00 )tröpfelt es etwas, bei aktuell 14° C.

Um die Mittagszeit haben wir noch 20,5°C gemessen. Es regnet nie lange, aber doch einige Male hintereinander und der böige Wind ist recht frisch.

Montag 24.04.2023

In der Nacht hat es anscheinend aufgeklart, um 6:30 sind es gerade mal 5°C und dichter Nebel versperrt nun die Aussicht. Wir warten eine ganze Weile, aber die Sonne kann den  Nebel nur für

kurze Augenblicke weg drücken. Also fahren wir los, um schon nach wenigen Kilometern eine knapp 2 stündige Wanderung in dem Naturreservat Lilla Dalby beim kleinen Ort Kastlösa zu unternehmen. 

 

 

Der Nebel lässt einen klareren Blick auf die

hintereinander stehenden Windmühlen nicht zu. Aber stimmungsvoll ist es allemal.

Beim Lunda Kanal scheint sogar für kurze Zeit die Sonne, bevor die Nebelsuppe wieder Oberhand gewinnt. Es geht sich herrlich auf dem weichen Boden der Kalkstein  Steppe.

Auf der Strecke waren ab und zu Schilder "Vorsicht Rehe" und sogar "Vorsicht Elche", deshalb haben wir die Hoffnung Wild zu sehen. Aber bis auf eine junge Bekassine ist nichts zu entdecken.

Aber wir sind auch mit den schönen Flechten und einigen wunderbaren Blumen zufrieden. Trotz, oder gerade wegen des Nebel ist diese Wanderung herrlich. Vogelgezwitscher begleitet uns. In dem  Naturreservat gibt es noch andere Wanderungen auch ein Fernwanderweg führt hindurch.

Nach unserer üblichen Kaffeepause am Vormittag rollt der Hobel nur einige Kilometer weiter und wir besichtigen bei Mysinge eine riesiges historisches Grabfeld, das über 90 Hügelgräber umfasst.

Es umfasst auch eine Schiffssetzung. Die vielen geschichtlichen Zeugnisse zeigen, dass auf Öland schon vor rund 5000 Jahren Menschen gelebt haben.

Es wird entgegen unserer Erwartung immer trüber, deshalb entschließen wir uns dazu, heute den

"Körperpflegetag" einzulegen, das heißt duschen und vor allem bei Uschi Haare waschen. Zudem schadet es auch dem Hobel nicht, wenn er innen etwas gereinigt wird. Also steuern wir den Womo Stellplatz bei Grönhögen an. Hier bleiben wir beim Hafen nach nur 39 km stehen. Außer uns sind nur noch zwei schwedische Campingfahrzeuge auf dem Gelände, das in der Saison gut 50 Fahrzeugen Platz bietet. Bevor wir uns etwas zu Mittag kochen, gehen wir noch etwas am Meer spazieren.

Dienstag 25.04.2023

 

Entgegen der Wetterprognose ist es nicht nebelig, sondern nur relativ dünn bewölkt.

Frischwasser aufgefüllt, Toilette neu und schon geht es wieder los. Wir verlassen den kleinen Hafen in Grönhögen und nach einigen Kilometern halten wir bei der Mauer Karl X. an. Er hat sie erbauen lassen, um seine Hirsche bequemer jagen zu können. Das zeigt uns, dass manche der Oberen schon früher einen Knall hatten.

Nach diesem kurzen Aufenthalt sind wir auch schon gleich im Oddenby Naturreservat. Beim Langen Jan, dem mit 42 m höchsten Leuchtturm von Schweden und dem südlichsten Punkt der Insel Öland, stellen wir den Hobel ab. 

Gestern haben wir uns nasse Turnschuhe geholt, deshalb ziehen wir für die vorgesehene Wanderung gleich die Bergschuhe an. Am Meer hinter dem Leuchtturm gleich mal eine faustdicke Überraschung. Wir sehen außer einer Kolonie von Kormoranen auch einige Seehunde auf den Felsen liegen.

Nach dem kurzen Rundgang um den Langen Jan beginnt ein fast 3 stündige herrliche Wanderung über 12 km. Auf markiertem Weg, den man wegen der Vogelbrut nicht verlassen soll, marschieren wir zwischen Straße und südlicher Meerseite. Auf dem moorigen Gelände gibt es die nächste

unerwartete Überraschung. Ein Rudel Damwild- die meisten männlichen Tiere aalen sich in der Sonne, während die weiblichen Tiere äsen und umhergehen.

Nun wechselt unser Weg über die Straße auf die andere Meerseite. Hier gibt es immer wieder was zu sehen und die Weg Führung ist ausgesprochen schön.

Beim Rückweg zu unserem Parkplatz kommen wir noch an der ehemaligen St. Johannes Kapelle vorbei. So soll sie früher mal ausgesehen haben.

Eigentlich wollen wir im Restaurant beim Leuchtturm zu Mittag essen, aber auch hier ist geschlossen. Derzeit nur am Wochenende offen und dann ab 1. Mai ganz geöffnet. Ja, für wen sollen sie auch öffnen, wir sind nach wie vor meist allein. Ab und zu mal ein Campingfahrzeug,

Also greifen wir auf unsere Vorräte zurück.

Anschließend geht es 10 km wieder Richtung Norden und wir besichtigen die Fliehburg Eketorp, die um das Jahr 300 angelegt wurde und von 1964 - 1973 von Archäologen freigelegt wurde. 

Auf dem riesigen Parkplatz stehen wir alleine und sehen und das Bauwerk bei sehr starkem und kalten Wind an. Sowohl die Ansicht von außen, als auch die Gebäude im Innenbereich sind beeindruckend. Etwas durchgefroren gehen wir zum Hobel zurück. 

Noch 30 Minuten Fahrzeit und wir sind an dem für heute ausgewählten Übernachtungsplatz direkt am Meer. Das Wetter ist heute überwiegend sonnig geworden, allerdings ist der Wind ständig präsent und daher empfinden wir es als ziemlich frisch. Aber wir sind zufrieden, haben wir doch bisher kaum Regen gehabt. 

Mittwoch 26.04.2023

Der morgendliche Blick aus dem Hobelfenster führt zu der spontanen Entscheidung, den heutigen Tag an diesem erstklassigen Plätzchen zu verbringen. Für uns geht es kaum besser. Das Wetter scheint wieder in Ordnung zu sein, wir stehen allein und am Meer sind Tiere zu beobachten.

Manchem mag das für eine gelungenen Tag nicht genügen, aber wir fühlen uns absolut wohl dabei. Während des Frühstücks haben sich mehrere Reiher direkt vor uns nieder gelassen. Sie sind offensichtlich auf Futtersuche. Ein Austernfischer ist auch zu sehen.

Etwas über 2 Stunden wandern wir auf südliche Seite des Meerufers. Immer wieder legen wir Beobachtungspausen ein und an einem etwas windgeschützten Platz verweilen wir eine Zeit lang.

Während wir so still da sitzen, kommen wieder Reiher und sie zu beobachten ist einfach faszinierend (jedenfalls für uns).

Über die Mittagszeit kommen vorübergehend mehr Wolken auf. Für kurze Zeit meinen wir, dass es gleich regnet, aber der Wind vertreibt alles wieder und gegen Abend ist es beinahe wolkenlos.

Nachmittags unternehmen wir nochmals eine Wanderung, dieses Mal auf die andere der Küste.

Einer Möwe bleibt sprichwörtlich der Frosch im Hals stecken. Ein Falke fliegt über uns hinweg und eine Bekassine stelzt herum.

Es geht an einigen Hüttchen vorbei und ein Gelege mit Eiern sehen wir auch. Wir wissen allerdings nicht von welchem Vogel, wir vermuten dass sie vom Kiebitz sind.

Donnerstag 27.04.2023

Für den Sonnenaufgang um 5:15 lohnt es sich kurz den Foto aus dem Fenster zu halten.

Brr, 3°C aber wolkenlos. 

Die Fahrt heute führt an der Ostseite der Insel über malerische Dörfer

bis zum Abzweig nach Ismantorp.  Wunderschöne Anwesen und eine Windmühlenansammlung, wobei man eine auch mal innen besichtigen kann.

Kurz darauf sind wir im Öland Museum  Himmelsberga Ganz alleine schauen wir uns diese 

historischen Gebäude an. Die Gaststätte und der offizielle Eingang sind noch verschlossen. Die Saison schein tatsächlich erst Anfang Mai zu beginnen.

Bach weiteren 5 km halten wir am Parkplatz zur Ismanstorp Borg. Die Burganlage selbst ist nur noch ein Trümmerfeld, aber die Ausmaße sind schon gewaltig.

Eine 6 km Wanderung führt uns nach der Burg noch zu einem historischen Römerdorf, von dem allerdings nichts mehr Verwendbares zu sehen ist. Aber der Wanderweg selbst ist sehr schön in der teils moorigen, von kleinen Seen geteilten Landschaft, angelegt.

Die letzten Meter vor dem Parkplatz fängt es zu graupeln an. Wir schaffen es gerade noch ins Auto, da setzt für 15 Minuten ein ziemlicher Schneeregen ein. Ab 11:00 ist für den Rest des Tag ein bunter Mix aus Sonne, Regen, Graupel und dazu der übliche kalte Wind.

Bis auf den Hauptort Färjestaden sind die Einkaufsmöglichkeiten sehr dünn, also nehmen wir

25 km Umweg in Kauf und steuern den ICA Supermarkt an. Kaum sind wir drin, werden alle Kunden hinausgeschickt, ein schriller Alarmton-Feueralarm.  Also zum Coop, der aber nicht der

Brüller ist. Wir haben wenigstens wieder Wasserflaschen. Dann zurück bis auf Höhe der Ortschaft Runsten und dann weiter zum Leuchtturm Kapelluden un den Resten von Britas Kapell.

Ein guter Parkplatz bietet sich nun auch als Übernachtungsplatz an, zumal es immer wieder kurz aber heftig regnet und für morgen wieder Sonne angesagt ist. Der absolute Clou ist das 

Doppel WC am Parkplatz, so was haben wir noch nie gesehen!

Freitag 28.04.2023

Gleich nach dem Frühstück erkunden wir bei wiederum herrlichen Wetter die nähere Umgebung unseres Stellplatzes. Dabei läuft uns ein Kiebitz vor die Linse. Diese interessanten Vögel haben wir bisher noch nicht so fotografieren können. Sie sind äußerst scheu und fliegen in der Regel

weg und sind dabei noch pfeilschnell.

 

Zurück auf unsere gemütliche, nahezu verkehrslose Nebenstraße geht es zunächst nach Karehamn. Kurz vor dem Hafen befindet sich eine Versorgungsstation, wir müssen Grauwasser 

ablassen und  Frischwasser auffüllen.

500m weiter ist dann der kleine Hafen, an dem ein Wohnmobilstellplatz für bestimmt 50 Fahrzeuge hergerichtet ist. Da auch noch zwei derzeit geschlossene große Restaurants daneben sind, können wir uns vorstellen, was hier in der Saison los ist. Wir trinken ganz alleine unseren

Vormittagskaffee, gelegentlich fliegen große Schwärme Gänse vorbei.

Auf der Weiterfahrt zur Nordspitze steuern wir noch einen Vogelbeobachtungsplatz an, hier kochen wir auch unser Mittagessen und verweilen eine Zeitlang.

Nach weiteren 50 km erreichen wir den nördlichsten Punkt der Insel Öland. Hier steht der Leuchtturm " Lange Erik", bei dem wir eine kleine Wanderung unternehmen. Unzählige winzig kleine Muschel sind am schönen Strand. Ein paar Hundert Meter zurück und wir finden einen sehr gut geeigneten Stellplatz für die Nacht. Heute legt der Hobel 88 km zurück , es ist um die Mittagszeit 19°C warm und nur einige schnell durchziehende Wolken haben den Sonnenschein kurzfristig getrübt. Wir sind nun genau zwei Wochen in Südschweden und können für diese Zeit 

die 1+ vergeben. Ein toller Beginn unserer Reise.

Samstag 29.04.2023

Nach wiederum sehr ruhiger Nacht, verlassen wir relativ früh den Norden Ölands. Wir nehmen nach Byxelkrok die schmale Küstenstraße, die für große Wohnmobile nicht geeignet ist. Es ist praktisch überhaupt kein Verkehr bis wir bei Gilberga die einmalige Steinschleifwindmühle besichtigen.

Im Ort Sanvik endet die Möglichkeit an der Küste zu fahren, so dass wir auf die Straße 136 abbiegen und das alte Schloss Borgholm hinter dem gleichnamigen Ort ansteuern. Es ist mit dem 1.Mai für die Schweden auch ein verlängertes Wochenende und zudem ist dieser Teil von Öland touristisch sehr gut erschlossen-entsprechend ist heute der Verkehr. 

Die Größe des Schlosses ist überwältigend und die Lage fasziniert. 1806 wurde das Bauwerk von einem großen Brand verwüstet. 

Nur 800 m weiter kann man ab 11.05. die Sommerresidenz des schwedischen Königshauses 

besichtigen. Wir belassen es bei einem Blick vor dem offiziellen Eingang,  da eh' nicht geöffnet ist.

Nochmals 15 km und der Hobel rollt zurück über die Ölandbrücke nach Kalmar. Wir bekommen am Hafen noch einen von 6 Stellplätzen für Wohnmobile.  Das ist unheimliches Glück, den 10 Minuten später hätten wir buchstäblich ins Ofenrohr geschaut. Der andere Platz in der Stadt ist sowieso schon voll belegt. Wir starten sofort zu einer Besichtigungstour. Übrigens, morgens war es dicht bewölkt, seit 10:00 Uhr haben wir wieder Sonnenschein und 15°C. 

Zunächst gehen wir durch ein Stadttor und sehen gleich darauf den Dom und das Rathaus am 

schönen Platz "Stororget".

In der Fußgängerzone ist einiges geboten, wir genehmigen uns einen Kaffee mit Kuchen, gehen dann am markanten Turm vorbei zum Schloss auf der Insel Kvarnholmen.

Über dem Eingang ein herrliches Relief, bevor man ins Innere gelangt. Besonders anschaulich ist die Königsküche gestaltet. Wenn der König anwesend war, musste sie rund um die Uhr geöffnet sein. Wir begeben uns noch auf die Schlossmauern, wo die Kanonen aufgebaut sind.

Nachdem wir ja die ganze Woche überwiegend mit Schwänen, Gänsen, Enten, Austernfischern und Bekassinen umgeben waren, ganz wenig Leute angetroffen haben, ist heute der Trubel beinahe ein Kulturschock. Aber wir werden uns etwas daran gewöhnen müssen, geht doch nun so langsam die Saison los. Auf alle Fälle ist Öland eine herrliche Insel, zumal uns der Wettergott mehr als gut gesinnt war.

Sontag 30.04.2023

Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir den idealen Platz am Hafen und nach wenigen 

Kilometern auf der E 22 nehmen wir die Ausfahrt bei Nytorp und befinden uns wieder auf einer kleinen Landstraße meist neben der Ostsee. Der Verkehr tendiert gegen Null.

Den Hobel stellen wir am Parkplatz des malerischen Dorfes Pataholm ab und besichtigen dieses Kleinod. Die Bewohner gestalten Kleinigkeiten an ihren Häusern sehr liebevoll.

Wir bleiben auf der küstennahen Straße und hoffen bei Krakelund einen Stellplatz im Schärengarten zu finden. Aber wir haben nicht erwartet, dass zumindest dieser Teil mit Wochenendhäusern und  Fischerhütten fast zugebaut ist. Zunächst betrachten wir noch das älteste Holzschloss von Schweden, hinein kann man nicht, es ist Privatbesitz.

Eine wunderschöne Kirche am Straßenrand  vom Meer zurück zu E 22.

Diese Hauptstraße nehmen wir nun doch bis Vestervik und biegen kurz vor dem Zentrum nochmals Richtung Schärengarten ab und werden fündig. Ein klitzekleiner Hafen, ein Parkplatz und momentan 2 PKW, die aber bald wieder weg sind. Ganz alleine verbringen wir den Nachmittag beim Sonnen an einem windgeschützten Fleck und haben nachts den Hafen für uns alleine.

 

                                  unser Reisebericht geht nun ab 01.05.2023 im Teil 2 weiter